Archiv für den Autor: Wolfgang

Über Wolfgang

Geschäftsführer der Marburger Kaffeerösterei "The Coffee and Tea Company" und Gründer von "Mein eigener Kaffee". Google Plus

Der Weg des Kaffees

Wie kommt der Kaffee von der Pflanze in die Tasse?

Die Kaffeebohne legt einen weiten Weg zurück, bis sie bei uns in der Tasse landet. Wie genau dieser Weg aussieht und welche Stationen die Kaffeebohnen durchlaufen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Inhaltsverzeichnis

  1. Kaffeepflanze und Kaffeekirschen
  2. Die Kaffeeernte
  3. Die Aufbereitung der Kaffeebohnen
  4. Transport der Kaffeebohnen nach Europa
  5. Die Kaffeeröstung
  6. Die Kaffeeverpackung
  7. Die Kaffeezubereitung zu Hause

Kaffeepflanze und Kaffeekirsche

Kaffeekirschen

Kaffeekirschen

Kaffee ist eine immergrüne Pflanze, die als Strauch oder kleiner Baum in Erscheinung tritt. Die Kaffeebäume tragen Früchte, die sog. Kaffeekirschen. Die Reife dieser Kirschen beträgt ca. 10 Monate. Während des Reifeprozesses verändern die Kaffeekirschen ihre Farbe von grün über gelb zu rot. In jeder Frucht der Pflanze befinden sich jeweils zwei Samen: die Kaffeebohnen. Die Kirsche teilt sich zu 1/3 auf die Bohnen und zu 2/3 auf das Fruchtfleisch, die sogenannte Pulpe (39%), den Fruchtschleim (17 %), sowie die Pergament- und Silberhaut (1,7 %) auf. Die einzelnen Blüten gleichen in Duft, Farbe und Form stark dem Jasmin. Weltweit gibt es ca. 90 Sorten Kaffee. Die bekanntesten und meist verwendeten Sorten sind Arabica und Robusta.

Die Kaffeepflanze blüht und wächst gleichzeitig, d. h. während die Kirschen wachsen, blüht der Strauch, was ihn aus botanischer Sicht zu etwas Besonderem macht. Ein Kaffeestrauch kann bis zu 25 Jahre alt werden und liefert ungefähr ab dem dritten Jahr einen Ernteertrag von 5-8 kg pro Jahr. Daraus kann man 1-2 kg Bohnenkaffee herstellen. Um einen Sack Rohkaffee zu 60 Kilogramm zu füllen, müssen demnach rund 100 gut tragende Kaffeebäume geerntet werden.

Die Kaffeeernte

Kaffeeernte in Brasilien

Kaffeeernte in Brasilien

Bei der Kaffeeernte ist zu beachten, dass weder grüne, noch überreife schwarze Kirschen geerntet werden dürfen. Ansonsten beeinträchtigt dies den Geschmack des Kaffees. Ebenso wie unreife Trauben beinhalten auch grüne Kaffeekirschen nur unausgereifte Säuren und wenig Kaffeegeschmack. Überreife Kirschen schmecken faulig und fermentiert.

Der Erntezeitpunkt der Kaffeepflanzen ist abhängig von geographischen und klimatischen Bedingungen und somit von Anbauland zu Anbauland verschieden. In Äthiopien beispielsweise findet die Ernte jährlich von Oktober bis Dezember statt.

Den höchsten Ertrag liefert die Kaffeepflanze, wenn sie zwischen 6 und 8 Jahre alt ist. Nach ungefähr 20 Jahren lässt das Produktionsvolumen nach.

Es gibt 2 Erntemethoden, die maschinelle und die manuelle Methode:

  • manuelle Erntemethode („Handpicking“): Sie ist die qualitativ hochwertigere Methode da nur die reifen Kaffeekirschen einzeln mit der Hand gepflückt werden. Mit dieser Erntemethode ist jedoch ein sehr hoher Zeitaufwand verbunden. Man bemerke, es müssen für 500 g Kaffeebohnen 2,5 kg Kaffeekirschen geerntet werden. Diese Erntemethode wird vor allem für die kostbaren Arabica-Bohnen angewendet.
  • maschinelle Erntemethode

    Maschinelle Erntemethode

    maschinelle Erntemethode („Stripping“): Bei dieser Methode werden alle Kirschen auf einmal und ohne Berücksichtigung unterschiedlicher Reifegrade von Hand oder maschinell von der Pflanze abgestreift. Somit muss ein nachgelagerter Prozess die unreifen oder überreifen Kirschen aussortieren damit die Qualität gesteigert werden kann. So wird Robusta-Kaffee und brasilianischer Kaffee geerntet. In Brasilien werden Pflückmaschinen eingesetzt, um die riesigen Kaffeeplantagen bewerkstelligen zu können. Bei der Ernte werden die Äste der Kaffeebäume gekämmt. So fallen die Kaffeekirschen auf einen Sammler. Die gepflückten Früchte müssen zunächst von Schmutz, Blättern und Ähnlichem befreit werden, bevor sie in die Verarbeitung gehen.

Die Aufbereitung der Kaffeekirschen

Nach der Kaffeeernte werden die Kaffeekirschen getrocknet und anschließend in einem aufwendigen Verfahren die Bohnen aus der Frucht gewonnen. Dafür gibt es 2 Verfahren:

  • die trockene Aufbereitung: Sie ist die preiswertere Methode und wird vor allem bei Robusta-Bohnen angewandt. Die Kaffeebohnen werden zum Trocknen auf Freiflächen in der Sonne ausgebreitet. Nach 3-5 Wochen ist der richtige Trockengrad erreicht. Dann werden mit Schälmaschinen die trockenen Kaffeekirschen aufgebrochen und die Bohnen herausgelöst. Anschließend werden die Bohnen gereinigt und für die weitere Verarbeitung verpackt.
  • Trockenfläche

    Trockenfläche

    die nasse Aufbereitung: Sie ist die aufwendigere Methode und wird vor allem bei Arabica-Bohnen angewandt. Zunächst werden die Kaffeekirschen von Hand oder mechanisch von Verunreinigungen gelöst. Dann erfolgt eine Vorsortierung der Kaffeebohnen in Wassertanks oder Schwemmkanälen. Anschließend drückt der sog. Entpulper das Fruchtfleisch aus den Bohnen, welche dann zum Gärungsprozess in Fermentationsbecken kommen. Gleichzeitig wird der Restschleim abgetrennt und die Bohnen werden in Waschkanälen gewaschen, bevor sie am Ende getrocknet werden. Das dabei entstehende Abwasser wird in ein biologisches Klärbecken geleitet. Das Fruchtfleisch wird kompostiert und damit der Boden gedüngt. Beim Trocknen werden die Kaffeebohnen tagsüber ständig gewendet, während sie nachts und während der Mittagshitze abgedeckt bleiben. Das Trocknen dauert ca. 8-10 Tage. Dann weisen die Bohnen eine ideale Restfeuchtigkeit von ca. 11,5 % auf.

Nach der Aufbereitung sind die Kaffeebohnen noch von einer gelblichen Pergamenthaut und der darunter liegenden Silberhaut umgeben. In diesem Zustand nennt man den Kaffee daher auch “Pergament-Kaffee”. Die Reste des Silberhäutchens lösen sich beim Röstvorgang.

Rohbohnen

Rohbohnen

Die Pergamenthaut verbleibt als natürlicher Schutz auf der Bohne , denn nur eine intakte Pergamenthaut kann sicherstellen, dass die Kaffeebohne langsam und gleichmäßig trocknet. Dies ist ein entscheidendes Qualitätskriterium!

Aus diesen beiden Aufbereitungsmethoden leiten sich die Bezeichnungen „gewaschener Kaffee“ und „ungewaschener Kaffee“ ab. Somit erhält der gewaschene Kaffee eine höhere Qualität, auch weil er fruchtiger schmeckt und ein besonders feines Aroma hat.

Transport der Kaffeebohnen nach Europa

Abpackung in Jutesäcke

Abpackung in Jutesäcke

Wenn nun der Kaffee exportfertig aufbereitet, sortiert und qualitativ eingestuft wurde, wird er in Jutesäcke bis zu 70 kg abgepackt. Die unterschiedlichen Kaffeesorten weisen verschiedene Bohnengrößen auf. Daher hängt es davon und auch vom Gesamt-Füllvolumen der Säcke ab, wieviel Rohkaffee in einen Sack passt. Es gibt auch staatliche Auflagen, wieviel Kilogramm für eine Lager- / Packkraft zumutbar sind.

Die fertig gepackten Säcke werden anschließend in Container geladen und per Schiff in die Konsumländer transportiert. Die Überfahrt dauert ca. 3-4 Wochen. In Deutschland kommen alle Kaffees im Hamburger Hafen an. Dort werden die Kaffees von erfahrenen Röstmeistern auf ihre vereinbarte Qualität geprüft.

Die Kaffeeröstung

Röstmaschine Die Kaffeebohnen kommen also in Deutschland im Rohzustand als sog. „grüne Bohnen“ an und werden zum Käufer, in die jeweiligen Kaffeeröstereien, per Logistikunternehmen transportiert. Der Rohkaffee ist natürlich ungenießbar, denn erst durch das Rösten werden, die bis zu 800 in der Kaffeebohne enthaltenen Aromen, zur Entfaltung gebracht. Erst durch das Rösten entwickeln Kaffeebohnen ihre charakteristischen Geschmacksprofile. Die Kaffeebohnen sind während des Röstverfahrens ständig in Bewegung, um eine gleichmäßige Röstung zu erreichen. Die ursprüngliche Zellstruktur löst sich dabei durch physikalische und chemische Reaktionen auf, sodass die Bohnen wie Popcorn unter Knacken aufplatzen. Die Bohnen durchlaufen dabei einen Farbwechsel (von zartgrün über gelbbraun, hellbraun bis zu dunkelbraun). Weiterhin kommt es zu Feuchtigkeitsverlust, Abbau von Säuren und zur Bildung von flüchtigen und nicht flüchtigen Aromen. Somit nimmt das Gewicht der Bohne um 12-20 % ab, während das Volumen um 50-100 % zunimmt.

Die Kaffeeverpackung

Aromaschutzverpackung mit Ventil

Aromaschutzverpackung mit Ventil

Kaffee ist ein sehr sensibles Produkt und erfordert daher eine Verpackung, damit der Geschmack und die Aromen möglichst lange erhalten bleiben.
Die fertig gerösteten Kaffeebohnen bzw. der gemahlene Kaffee können in verschiedenen Verpackungsmöglichkeiten abgepackt werden:

  • Aromaschutzverpackung mit Ventil
  • Vacuumverpackung mit Schwefel (hauptsächliche Verwenung in der Industrie)

Der Geschmacksverlust wird durch Sauerstoff, Gerüche, Feuchtigkeit, Wärme und auch Licht beschleunigt. Bei der Aromaschutzverpackung mit Ventil, welche auch wir – die Marburger Kaffeerösterei „The Coffee and Tea Company“ – verwenden, kann das aus dem Kaffee kommende Kohlendioxid (CO2) besser entweichen. Dies ist erforderlich, weil sonst die Kaffeearomen zersetzt werden. Durch das Aromaventil kann CO2 entweichen, ohne dass Luft von außen in die Packung gelangt.
In diesen Verpackungen gelangt der Kaffee nun zum Verbraucher.

Die Kaffeezubereitung zu Hause

Damit der Kaffee letztendlich in die Tasse kommt, gibt es verschiedene Zubereitungsmöglichkeiten. Am besten, damit die Aromen erhalten bleiben, ist es, wenn man den Kaffee in ganzen Bohnen kauft und ihn zu Hause kurz vorm Servieren mahlt. Am besten geht dies natürlich mit einer Handmühle. Dann hat man die Qual der Wahl mit welchem Verfahren man seinen Kaffee aufbrüht: mit einer normalen Kaffeemaschine, einem Vollautomaten, einer Aeropress (perfekt für die Zubereitung einzelner Tassen), klassisch mit einer Stempelkanne oder auch auf japanische Art mit einem Syphon.

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Kopi Luwak – der teuerste Kaffee der Welt

Inhaltsverzeichnis

  1. Begriffserklärung Kopi Luwak
  2. Herstellung des Kopi Luwak Kaffees
  3. Wie schmeckt der Kopi Luwak?
  4. Kopi Luwak und Tierschutz

Begriffserklärung Kopi Luwak

Indonesische Schleichkatze

Quelle:
http://youngeveryday.blogspot.de/2013/02/benefits-of-kopi-luwak-for-our-health.html

Kopi Luwak ist eine Kaffeesorte, welche umgangssprachlich auch “Katzenkaffee” genannt.  Diesen Namen verdankt dieser Kaffee der besonderen und einzigartigen Herstellung der eigentlichen Kaffeebohnen: Der Kopi Luwak wird nämlich aus den Exkrementen von in freier Wildbahn lebenden Fleckenmusangs gewonnen. Fleckenmusangs sind Schleichkatzen, welche in Süd- und Südostasien leben. Der Name des Kaffees setzt sich somit vom indonesischen Wort „Kopi“ für Kaffee und „Luwak“ für den einheimischen Namen dieser Katze zusammen.

Herstellung des Kopi Luwak Kaffees

Der Herstellungsprozess des Kopi Luwak ist ein ungewöhnlicher und auf den ersten Blick kein wirklich schmackhafter: Der Fleckenmusang macht sich in der Nacht auf die Suche nach Nahrung. Unter die Lieblingsspeise fallen neben diversen Früchten, auch Kaffeekirschen. Das Außergewöhnliche dabei ist, dass diese Schleichkatzen nicht irgendwelche Kaffeekirschen frisst, sondern sich immer nur die reifsten und süßesten Kaffeekirschen auswählt und anschließend verspeist.

Quelle: http://cookmunity.wordpress.com/2012/07/18/10-skurrile-techniken-der-nahrungsproduktion-platz-1/

Quelle:
http://cookmunity.wordpress.com/2012/07/18/10-skurrile-techniken-der-nahrungsproduktion-platz-1/

Während des Verdauungsprozesses im Magen der Schleichkatze wird das Fruchtfleisch der Kaffeekirschen dank verschiedener Enzyme zersetzt. Die Kaffeebohnen an sich bleiben dabei aber unversehrt und werden anschließend im Ganzen wieder ausgeschieden. Dieser Zersetzungsprozess gleicht einer Nassfermentation, wodurch die Kaffeebohnen ihren Geschmack verändern.

Nach der Ausscheidung der unversehrten Kaffeebohnen durch den Fleckenmusang werden die Bohnen von den einheimischen Kaffeebauern gesammelt, gereinigt und für den Versand fertig gemacht. Dabei hilft den Sammlern, dass die Schleichkatzen immer wieder an der gleichen Stelle ihr „Katzenklo“ aufsuchen.

Aufgrund seiner aufwendigen Herstellung ist der Kopi Luwak der teuerste Kaffee der Welt. In Europa wird der Rohkaffee für ca. 100,- € im Großhandel eingekauft. Die gerösteten Bohnen werden ab 220,- €/kg im Einzelhandel angeboten.

Wie schmeckt der Kopi Luwak?

Der Geschmack des Kopi Luwaks ist sehr würzig, sehr mild, erdig, modrig, sirupgleich mit leichtem schokoladigen und karamelligen Geschmack. Der britische Schauspieler John Cleese sagte: “Man schmecke die Töne des Dschungels.” Einzigartig ist der lang anhaltende, mild würzige und leicht pfeffrige Geschmack der im Gaumen sehr langsam abklingt und eine ganze Weile auf der Zunge bleibt.

Kopi Luwak und der Tierschutz

Wo viel Geld fließt und ein sich ein großer Markt auftut, ist der kommerzielle Handel in Massen und die Ausbeutung der Tiere nicht weit. So wird vermehrt von verschiedenen Tierschutzorganisationen darauf aufmerksam gemacht, dass viele Kaffeebauern und Kaffeebohnen-Sammler, die eigentlich in der freien Wildbahn lebenden Schleichkatzen fangen und in kleine, verdreckte Käfige stecken. Hier werden die Katzen ausschließlich mit den Kaffeekirschen gefüttert, um so die Produktion des Kopi Luwaks zu erhöhen.

Die Tiere leiden unter der stark einseitigen Ernährung und den katastrophalen Lebensbedingungen. Auf diesem Weg versuchen die Bauern das aufwendige und zeitintensive Prozedere der Aufsammlung der Extremente zu umgehen und daraus eine Massenware zu machen.

Nicht zuletzt wird der Verbraucher getäuscht, denn sie geben die Kaffeebohnen als in der Natur gesammelte Ware aus. Ein Bericht der PETA klärt ausführlich über das Leiden der Schleichkatze auf.

Persönliche Anmerkung:

Auch wir handeln mit dem Katzenkaffee und sind uns unserer Verantwortung bewusst. Aus diesem Grund achten wir beim Kauf der Rohbohnen immer darauf, dass es sich um „echten“ Kopi Luwak handelt. So können wir unseren Kunden die Sicherheit geben, dass die Fleckenmusangs in ihrer natürlichen Lebensumgebung leben und der Kaffee somit nicht aus der Käfighaltung kommt.

Alle Kopi Luwak Produkte in unserem Shop sind mit einem eigenen Zertifikat ausgestattet, welches die artgerechte Haltung bestätigt!

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Der Mahlgrad des Kaffees

Der Kaffee Mahlgrad ist der entscheidende Faktor, wenn es um guten Kaffee geht. Ist der Mahlgrad falsch eingestellt, so schmeckt der Kaffee nicht, ist wässrig oder zu bitter. Was man beim Kaffee mahlen beachten sollte und welcher Mahlgrad der richtige ist, erläutert dieser Artikel.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist der Kaffee Mahlgrad?
  2. Was ist der richtige Mahlgrad?
  3. Wie man den perfekten Kaffee Mahlgrad findet

Was ist der Kaffee Mahlgrad?

Kaffee MahlgradAls Mahlgrad beim Kaffee wird die gewünschte Beschaffenheit (von sehr fein bis sehr grob) des Kaffeepulvers bezeichnet. Dieser Mahlgrad kann beim Herstellen des Kaffeepulvers, beispielsweise mit einer Kaffeemühle, eingestellt werden. Für das Endergebnis des Kaffees und somit dem Geschmack spielt der Mahlgrad eine entscheidende Rolle.

Daraus ergeben sich für den Kaffee Mahlgrad zwei wichtige Regeln, die es zu beachten gilt:

  1.  Je feiner der Kaffee gemahlen ist, desto stärker und koffeinhaltiger ist er letztlich.
    Das liegt vor allem daran, dass fein gemahlener Kaffee beim Brühvorgang eine größere Fläche und somit einen größeren Widerstand bietet. Dadurch wird die Extraktionszeit, die die Dauer des Kontaktes von Wasser und Kaffeepulver meint, verlängert. Durch diesen Extraktionsvorgang werden dann die Substanzen des Kaffees gelöst oder eben umgangssprachlich extrahiert.
  2. Je kürzer die Kontaktzeit von Wasser und Kaffee ist, desto feiner muss der Mahlgrad gewählt werden.
    Das bedeutet, dass das Kaffeepulver für den Espresso anders (feiner) gemahlen werden muss als für den Filterkaffee, der eine längere Durchlaufzeit hat.

Was ist der richtige Mahlgrad?

Der Mahlgrad hängt somit von der gewünschten Zubereitungsform ab. Folgende Mahlformen sind bei den unterschiedlichen Brühungen zu empfehlen:

Espresso:

  • sehr frein
  • Brühzeit von 25-30 Sekunden

French Press:

  • fein
  • Ziehzeit bis zu 4 Minuten

Handfilter:

  • mittelfein

Elektrische Kaffeemaschine:

  • mittel

Kannenaufgruss:

  • sehr grob

Wie man den perfekten Kaffee Mahlgrad findet

Bei der Kaffeezubereitung ist es das Ziel, die optimale Extraktion der Inhaltsstoffe des Kaffees zu erwirken. Das heiße Wasser löst beim Aufbrühen die Inhaltsstoffe aus dem Kaffee heraus. Einer gemahlenen Kaffeebohne können höchstens 30% der Bestandteile extrahiert werden. Der von der SCAE (Speciality Coffee Association of Europe) als am besten empfohlene Extraktionsbereich liegt zwischen 18-22%, bei mehr wird der Kaffee zu bitter. Amerikanische Forscher haben diesen Bereich in Studien ermittelt. In dieser Bandbreite wird die optimale Menge an Inhaltsstoffen herausgelöst und der Kaffee erreicht eine ansehnliche Balance aus Aromen und Stärke.

Die Extraktionsstärke kann mittels speziellen Refrektometern technisch überprüft werden. Diese Geräte sind jedoch nicht günstig und für den Heimbedarf nicht notwendig. Als Kaffeetrinker sollte man sich auf seine persönlichen Geschmacksvorlieben verlassen und anhand des Geschmacks erkennen, ob Kaffee gut schmeckt oder nicht.

Wird der Mahlgrad also falsch eingestellt kann der Kaffee nicht optimal extrahiert werden, sondern wird über- oder unterextrahiert. Dies kann den Kaffeegeschmack völlig zerstören oder uninteressant erscheinen lassen. Grundsätzlich sollte sich eine gewisse Süße bei jedem Kaffee rausschmecken lassen.

Im Falle einer Unterextraktion ist der Kaffee zu sauer, bei einer Überextraktion ist er deutlich zu bitter. Um beim nächsten Versuch ein besseres Ergebnis zu erzielen sollte man bei einer Überextraktion den Kaffee feiner mahlen oder länger brühen und bei einer Unterextraktion gröber mahlen oder kürzer brühen.

Manchmal kann auch die Kaffeebohne entscheidend sein, so dass es ratsam ist, auch hier öfters zu variieren. Besonders wichtig für ein feines Aroma ist auch, dass man den Kaffee möglichst erst kurz vor der Zubereitung mahlt. So kann er seine ganzen Inhaltsstoffe frisch entfalten.

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Inhaltsstoffe von Kaffee

Die Zusammensetzung von Kaffee ist sehr komplex und hängt von vielen Faktoren ab. Wichtig ist zu sagen, dass beträchtliche Unterschiede zwischen den einzelnen Coffea-Arten sowie den Varianten innerhalb einer Art bestehen. Maßgeblich sind außerdem die Herkunft, also Faktoren wie zum Beispiel Breitengrad, Höhe, Neigung des Hanges, Bodenqualität, Klima, Anbauform und die Aufbereitung. Einen großen Einfluss nimmt auch der Röstgrad auf die Zusammensetzung der Substanzen ein.

Kaffee enthält mehr als 1000 Substanzen. Von denen hat man bis heute noch nicht alle chemisch enthüllt. Die bedeutendsten Inhaltsstoffe der Kaffeebohne sind:

Quelle: http://www.caffe-caroma.com/cms/index.php?option=com_content&view=article&id=118&Itemid=207

Quelle:
http://www.caffe-caroma.com/cms/index.php?option=com_content&view=article&id=118&Itemid=207

  • Kohlenhydrate
  • Fettstoffe
  • Wasser
  • Eiweißstoffe
  • Säuren
  • Alkaloide (Koffein)
  • Mineralstoffe
  • Aromastoffe.

Kohlenhydrate
Sie sind ca. zu 1/3 in der Kaffeebohne enthalten und werden jedoch beim Rösten zu anderen Verbindungen umgewandelt oder komplett abgebaut. Es verbleiben fast nur wasserunlösliche Zuckerstoffe, die beim Aufguss im Kaffeesatz zurückbleiben.

Fettstoffe
Rohkaffee enthält ca. 10-20 % Fettstoffe. Da Fette aber größtenteils wasserunlöslich sind, gelangen sie kaum in die Tasse Kaffee.

Wasser
Beim Rohkaffee liegt der Wassergehalt bei ca. 10-13 %. Durch das Rösten reduziert sich der Anteil vorübergehend auf 1-2,5 %. Dann steigt er im Folgeprozess wieder leicht an. Die gesetzliche Grenze von max. 5 % Wasseranteil im Röstprodukt wird dabei aber nicht überschritten.

Eiweißstoffe
Rohkaffee enthält ungefähr 10 % Eiweißstoffe. Nach dem Rösten sind sie nicht mehr vorhanden. Sie werden durch die Hitzeeinwirkung abgebaut oder wandeln sich mit Kohlenhydraten und den Chlorogensäuren zu Bräunungsprodukten um.

Säuren
Im Kaffee sind mehr als 80 verschiedene Säuren vorhanden. Sie sind somit zu 4-12 % im Rohkaffee vertreten. Den größten Anteil bildet die Chlorogensäure, die für den Kaffee charakteristisch ist. Weiterhin kommen z. B. auch Linolsäure, Palmitinsäure, Essigsäure, Zitronensäure, Apfelsäure und Oxalsäure vor. Diese beeinflussen den Geschmack auf eine starke Art und Weise.

Alkaloide
Diese sind stickstoffhaltige Natursubstanzen, zu denen auch Koffein gehört. Koffein ist der wohl bedeutsamste Stoff im Kaffee. Je nach Sorte kann zwischen 0,8 und 2,5 % Anteil in der Rohbohne enthalten sein. In die Gruppe der Alkaloide gehören zudem das Trigonellin und die Nicotinsäure. Beim Rösten wird Trigonellin bis zu 75 % abgebaut. Dabei entstehen Substanzen wie beispielsweise die Nicotinsäure (Niacin), die im menschlichen Organismus als Vitamin wirkt. Somit enthält eine Tasse Kaffee ca. 1/10 des Tagesbedarfs eines Erwachsenen an Niacin. Desweiteren sind Teile von Theobromin und Theophyllin im Kaffee vorhanden.

Vitamine und Mineralstoffe
Die populärsten Vitamine im Kaffee sind die B-Vitamine:

  • Vitamin B2 (Riboflavin)
  • Niacin
  • Pantothensäure
  • und Vitamin B6 (Pyridoxin).

Der Körper benötigt diese Vitamine zur Energiegewinnung, für den Eiweiß-, Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel, das Nervensystem, zur Blutbildung und für das Haut- und Haarwachstum.

Mineralstoffe tauchen zu 3-5 % im Rohkaffee auf und gehen zu ca. 9 % in das Getränk über. Hauptsächlich kommen Kalium, Kalzium, Magnesium und Phosphor vor. Teilweise auch Schwefel, Mangan und Eisen. Diese Vitalstoffe bauen Knochen und Zähnen auf, regeln die Durchlässigkeit der Zellmembranen, dirigieren die Erregbarkeit von Muskeln und Nerven und halten das Säure-Basen-Gleichgewicht aufrecht.

Aromastoffe

Der Röstkaffee hat einen Gehalt von bis zu 0,1 % flüchtigen Aromastoffen. Sie sind im Rohkaffee noch nicht vorhanden, denn erst durch das Röstverfahren bilden sie sich aus.

Der natürliche Ursprung des flüchtigen Kaffeearomas ist jedoch noch ein Geheimnis. Die Kenntnisse über die Chemie der spezifischen nichtflüchtigen Kaffeegeschmacksstoffe sind noch viel lückenhafter. Der bittere Geschmack des Kaffees ist nach heutigem Wissen nicht nur auf das Koffein, sondern auch auf Substanzen, die durch die Maillard-Reaktionen entstehen, abzuleiten. Diese Reaktion bedeutet die Umsetzung von Kohlenhydraten mit den Eiweißen unter Hitze. Welche Aspekte für die „feine Säure” des hochwertigen Kaffees verantwortlich sind, ist noch nicht gelöst, obwohl schon 83 verschiedenen Säuren im Kaffee entdeckt wurden.

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Röstungen der Kaffeebohne

Quelle: http://www.meister-kaffee.de/ueber-uns/unser-kaffee/roestung.html

Quelle: http://www.meister-kaffee.de/ueber-uns/unser-kaffee/roestung.html

Kaffee entfaltet sein typisches Aroma erst durch das Rösten. Die Rohbohne dagegen ist ungenießbar. Das Ergebnis hängt vom Röstverfahren ab, vor allem wie lange die Bohne geröstet wird. Und somit kommen wir schon zu den unterschiedlichen Röstungen. Man unterscheidet:

  • helle Röstung (auch blasse oder Zimt-Röstung),
  • mittlere Röstung (amerikanische Röstung, Frühstücksröstung),
  • starke Röstung (helle französische Röstung, Wiener Röstung),
  • doppelte Röstung (Continental-Röstung),
  • italienische Röstung (Espresso-Röstung) und
  • spanische Röstung (torrrefacto).

Bei der hellen Röstung werden die Bohnen bis zu 218 °C erhitzt und bekommen so einen eher säuerlichen und aber nicht so bitteren Geschmack.

Die Bohnen werden bei der mittleren Röstung bis zu 220 °C aber länger als bei der hellen Röstung erhitzt. Sie erhalten so eine hellbraune Farbe, die an Kastanien erinnert.

Bei der starken Röstung werden die Bohnen bei 222 °C über einen längeren Zeitraum erhitzt. Die Bohnen erlangen eine mittelbraune Farbe. Bei dieser Röstung tritt das Öl, welches in der Bohne enthalten ist, an die Oberfläche und gibt der Kaffeebohne einen leichten Glanz.

Wenn die Bohnen bei 223 – 224 °C erhitzt werden, ist das die doppelte Röstung. Bei einem langanhaltendem Röstverfahren erhalten sie eine dunkelbraune Färbung. Zwecks der intensiven Röstung tritt das Fett aus den Bohnen aus und umhüllt diese. Dies verleiht ihnen einen mittleren Glanz.

Bei der italienischen Röstung werden die Kaffeebohnen bei einem langen Röstprozess bei 225 °C erhitzt. So werden sie einen dunkelbraun bis schwarz. Hierbei tritt extrem viel Fett aus, sodass die Bohnen stark glänzen.

Die spanische Röstung ist die speziellste Art. Bei dem Röstvorgang wird den Bohnen Zucker zugeführt, der sowohl die Säure als auch die Bitterkeit mindert. Der nach dieser Art geröstete Kaffee wird vor allem in spanischen Mischungen verwendet.

Die verschiedenen Röstungsstufen werden für unterschiedliche Kaffeezubereitung, z. B. Espresso, Filterkaffee, Mokka, verwendet.

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Was ist der Unterschied zwischen Espresso und „normalen Kaffee“?

Was unterscheidet Espresso und normalen Kaffee?Ihr seid in einem Café und auf der Karte gibt es eine größere Auswahl verschiedener Kaffeesorten und -zubereitungen. Das Café bietet Espresso und eine normale Tasse Kaffee an. Nun stellt ihr euch die Frage, was ist da eigentlich der Unterschied!? Hier kommt die Auflösung…

Espresso ist eine Kaffeezubereitungsart, die aus Mailand stammt. Dabei wird heißes Wasser mit hohem Druck durch sehr fein gemahlenes Kaffeemehl aus dunkel gerösteten Kaffeebohnen gepresst. Der „normale“ Kaffee, der Filterkaffee, wird wie der Name schon sagt durch einen Filter gepresst. Bei dem Espresso dagegen wird ein Sieb verwendet, das die aromatischen Kaffeeöle durchlässt. Dadurch entsteht ein sehr starker und geschmacksintensiver Kaffee. Auf dem Kaffee bildet sich ein dichter, haselnussbrauner Schaum – die sogenannte Crema.

Damit der Espresso perfekt ist, ist eine Durchlaufzeit von 30 Sekunden wichtig. Würde es kürzer sein, würde der Espresso fade schmecken. Wenn die Zeit überschritten wird, besteht die Gefahr, dass sich zu viele Bitterstoffe freisetzen.

Es heißt ja immer, dass der Espresso mehr Koffein enthält als ein normaler Kaffee – dies ist ein Gerücht! Die Faktoren: starke Röstung der Kaffee-Bohnen, feine Mahlung und kürzere Kontaktzeit des Kaffee-Mehls mit heißem Wasser führen zu einem geringeren Koffeingehalt als die gleiche Menge Kaffeemehl. Für Espresso wird der Rohkaffee länger und dunkler geröstet. So wird der natürliche Säuregehalt der Bohnen gesenkt. Somit ist die Koffeinmenge pro Tasse Espresso geringer als pro Tasse Filterkaffee. Jedoch ist die Konzentration des Koffeins höher, da bei der Zubereitung weniger Wasser verwendet wird (klassisch: 25 ml beim Espresso und 125 ml beim Filterkaffee). Zum Zubereiten eines guten, cremigen Espressos dient eine Siebträger-Espressomaschine. Darin wird 88 bis 94 °C heißes Wasser bei einem Ausgangsdruck von etwa 9 bar durch sehr fein gemahlenes Kaffeemehl gepresst.

Die 5-M-Formel

Für die Zubereitung eines guten Espressos sind fünf Kriterien zu beachten:

  1. Mischung (Auswahl der Kaffeebohnen):
    • Qualität der Bohnen
    • Sorgfältige und zu den Bohnen passende Röstung
    • Frische der Bohnen
  2. Menge: die richtige Menge an Pulver (üblich sind 7 g)
  3. Mahlgrad: nicht zu grob und nicht zu fein
  4. Maschine: eine gute Maschine,
    • Temperatur des Wassers
    • Druck des Wassers
    • Qualität (u. a. Härtegrad) des Wassers
  5. Mensch: der Zubereiter des Getränks,
    • gefühlvolles Tampern entsprechend dem Mahlgrad (= Andrücken des Kaffeemehls im Siebträger)
    • richtig gewählte (dickwandige und vorgewärmte) Tasse, sonst kühlt der Espresso schnell aus.

Ob die Qualität des Espressos dann auch stimmt, kann man mittels der sogenannten „Inselprobe“ testen: beim Einstreuen von Zucker in den Espresso muss sich eine „Zuckerinsel“ bilden, die langsam untergeht. Passiert dies nicht, hat der Espresso zu wenig Crema oder eine Crema zu geringer Konsistenz. Ein Espresso, der die Inselprobe bestehen soll, kann nur von Siebträgermaschinen erschaffen werden.

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Die Zusammensetzung des Kaffeepreises

Wie setzt sich der Kaffeepreis zusammen?Von dem Preis, den wir für Kaffee im Laden bezahlen, verbleiben ca. 70 % in unserem Land und ca. 30 % fließen in die Erzeugerländer. Diese Werte betreffen den Fair-Trade-Handel. Bei herkömmlichem Kaffee bleiben mehr als 86 % in Deutschland und ca. 14 % gehen in die Anbauländer. Die Kaffeebauern sind also direkt an die Preisentwicklungen am Weltmarkt gebunden, so dass bei einem Preisverfall ihre Einkommen sofort sinken. Zwischen 1975 und 1993 ist der Weltmarktpreis von Kaffee um 18% gesunken ist. Dagegen stieg der Verbraucherpreis in den USA um 240 % an. Einen Preisanstieg merken die Verbraucher umgehend. Die Kaffeebauern glücklicherweise auch.Kaffeepreis

Bei einem Einzelhandelsverkaufspreis von z. B. 5,49 € pro 500 g gerösteten Kaffee verdienen die Pflücker ca. 0,28 € und ca. 0,46 € erhalten die Plantagenbesitzer. Man bedenke, dass in den Anbauländern überwiegend geerntet, gewaschen, getrocknet und verpackt wird, also körperliche Arbeit verrichtet wird. Ungefähr 4,70 € werden dagegen ab Landesgrenze verdient.  Die lokalen Zwischenhändler erhalten auch einen Teil des Geldes. Der größte Teil wird bei Transport, Röstung, Marketing, Handel und Verkauf verdient.

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Single Origin oder Blend?

Ihr steht in einem Café und wollt eine Tasse Kaffee bestellen. Dann fragt euch der Barista: “ Single Origin oder Blend?“ Und ihr fragt euch, was er denn damit meint. Hier die Aufklärung:

Single Origin

Wenn man „Single Origin“ ins Deutsche übersetzt, bedeutet das „Einzel-Herkunft“. Das heißt also, alle Kaffeebohnen stammen aus demselben Anbaugebiet und dürfen nicht mit anderen Kaffeesorten gemischt werden. Sonst darf der Kaffee nicht Single Origin genannt werden.  In den letzten Jahren ist dieser Kaffee immer beliebter geworden. Der Wunsch vieler Kaffeetrinker ringt nach einem exklusivem Produkt mit außergewöhnlichem Geschmack. 

Das Besondere der Single Origins ist die Röstung. Die Bohnen werden schwach geröstet. Der klare und facettenreiche Geschmack des sortenreinen Kaffees kommt so besonders gut zur Geltung. So werden auch fruchtige Geschmacksnoten betont wie z. B. Nuancen von Brombeeren und roten Weintrauben oder fruchtig-süße Mandarinen-Aromen.

Weiterhin haben Single Origins einen hohen Qualitätsstandard. Es werden für die Single Origins nur die besten Bohnen einer Ernte ausgewählt. Diese kommen häufig aus den kühlen Hochlandregionen. Aufgrund der dort herrschen Wachstumsbedingungen, reifen die Kaffeekirschen langsam heran.

Blend

Blend ist eine Mischung, also eine Zusammenstellung von verschiedenen Kaffeesorten. Die Sorten werden so miteinander vermischt, dass ein harmonischer Geschmack zustande kommt. Blends sind die am weitesten verbreitete Form, Kaffee anzubieten, weil es bei Kaffeemischungen einfacher ist, einen gleichbleibenden Geschmack zu sichern. Zur Zubereitung des Blends ist ein erfahrener Röstmeister von großer Bedeutung. Er muss während des Röstens immerzu testen, um geschmackliche Schwankungen auszugleichen. Durch diese Mischungen werden positive Noten einer Sorte hervorgehoben und geschmackliche Schwächen überdeckt. Zum Zweck der Kostenreduzierung werden den Blends mitunter aber auch Kaffeesorten minderer Qualität beigemischt, da dies in einer Kaffeemischung kaum auffällt. Je mehr Kaffeesorten gemischt werden, desto schneller ähneln die Blends einander im Geschmack. Dadurch kommt der Eigengeschmack der einzelnen Kaffeesorten bei Blends leicht abhanden.

Generell schmecken nur reine Spitzenkaffees, wie z. B. der Jamaica Blue Mountain und der Kopi Luwak sortenrein besser als in einer Mischung.

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Wie entsteht entkoffeinierter Kaffee?

Inhaltsverzeichnis

    1. Verfahren zur Entkoffeinierung
    2. Der Koffeingehalt in entkoffeiniertem Kaffee

Kaffee ist das beliebteste Getränk der Deutschen. Doch manche Menschen vertragen das darin enthaltene Koffein nicht. Sie bekommen z. B. Herzrasen, weil sie unter Bluthochdruck oder Lebererkrankungen leiden. Damit auch diese Menschen Kaffee genießen können, wurde der entkoffeinierte Kaffee 1903/1905 von Ludwig Roselius erfunden. Er ist der Erfinder des ersten Verfahrens zur Entkoffeinierung von Kaffee.

Als der Vater Roselius‘ starb, hatte er den Verdacht, dass dieser, ein starker Kaffeetrinker, sich mit Koffein vergiftet habe. Somit suchte er nach einer Möglichkeit, dem Kaffee das Koffein zu entziehen. Er hat also die Bohnen mit Salzwasser vorgequollen. Als Lösungsmittel nahm er das giftige und krebserregende Benzol in der Extraktion zum Einsatz, weshalb dieses Verfahren heute nur noch sehr selten verwendet wird.

Der Entkoffeinierungsprozess wird schon mit den noch grünen und ungerösteten Bohnen begonnen. Man lässt die Bohnen erstmal unter Einwirkung von warmem Wasser oder Wasserdampf quellen. Dann wird das in den Bohnen enthaltene Koffein mit einem Lösungsmittel destilliert. Der Prozess muss oft wiederholt werden, da in einem Prozessdurchlauf jeweils nur ein Teil des enthaltenen Koffeins entzogen werden kann. Es ist sehr wichtig, dass der Koffein entzogen wird, weil in der EU vorgeschrieben ist, dass entkoffeinierter Kaffee nur max. 0,1 % Koffein-Restgehalt haben darf. Kaffee beinhaltet ungefähr 400 chemische Bestandteile, die wichtig für den Geschmack und das Aroma des aufgebrühten Getränkes sind.

Verfahren zur Entkoffeinierung

Es gibt 5 verschiedene Verfahren der Kaffeebohne den Koffein zu entziehen.

Schweizer-Wasser-Prozess

Dieses Verfahren wurde Ende der 1970 Jahre von der Swiss Water Decaffeinated Coffee Company entwickeltet. Zunächst werden die Rohbohnen solange mit heißem Wasser behandelt, bis das gesamte Koffein und andere feste Bestandteile vollkommen herausgelöst sind. Der übrigbleibende Rest wird sodann entsorgt, das Wassergemisch wird weiterverwendet. Diese Gemisch läuft anschließend durch einen Aktivkohlefilter, mit welchem die Koffeinmoleküle entfernt werden. Somit ist das Wasser nun koffeinfrei, dem dann wieder neue Kaffeebohnen zugeführt werden. Da das Wasser bereits mit gelösten Kaffeebestandteilen angereichert ist, wird diesmal nur das Koffein gelöst. Die anderen geschmacksbestimmenden Inhaltsstoffe der Kaffeebohnen bleiben bestehen. Dieser Prozess wird solange wiederholt, bis die Bohnen einen Koffeingehalt von unter 0,1% aufweisen. Die Bohnen werden danach getrocknet und sollen so den größten Teil ihres Geschmackes und Aromas behalten. Nachteil des Verfahrens sind die relativ hohen Kosten, da das mit der Aktivkohle gebundene Koffein nicht zurückgewonnen und separat weiterverkauft werden kann. Außerdem wird ein großer Teil der Bohnen wird weggeschmissen und kann nicht verwertet werden. Heute gibt es weltweit nur wenige Werke, die mit dem Schweizer-Wasser-Verfahren arbeiten.

Direktes Verfahren

Zunächst wirken die Bohnen ca. 30 Minuten in Wasserdampf ein und werden dann für 10 Stunden in Dichlormethan oder Ethylacetat extrahiert. Das Lösungsmittel wird anschließend abgegossen und die Restbestände werden in einem weitere 10 Stunden andauernden Trocknungsschritt herausgelöst. Wichtig ist vor allem, dass das Lösungsmittel vollständig (insbesondere bei Dichlormethan) entfernt wird, da dieses unter dem Verdacht steht, krebserregend zu sein. Kaffee, der mit Ethylacetat extrahiert wurde, wird teilweise auch als natürlich entkoffeinierter Kaffee bezeichnet, da Ethylacetat auch in verschiedenen Früchten und Gemüsen vorhanden ist. Die Entkoffeinierung mit diesem Verfahren ist relativ preiswert.

Indirektes Verfahren

Zuerst werden mit heißem Wasser sämtliche wasserlöslichen Komponenten aus den Bohnen herausgelöst, wie beim späteren Kochen des Kaffees. Aus dieser Lösung wird dann mit Dichlormethan oder Ethylacetat Koffein extrahiert. Danach wird die entkoffeinierte Kaffee-Lösung mit neuen Bohnen erwärmt, wodurch sich ein Löslichkeitsgleichgewicht einstellt und nur noch das Koffein aus den Bohnen extrahiert wird. Dieses Verfahren gleicht dem Grunde nach dem Schweizer-Wasser-Verfahren, jedoch unter Verwendung eines anderen Lösungsmittels.

Kohlenstoffdioxid-Verfahren

Die mit Wasserdampf vorbehandelte Kaffeebohnen werden hier bei einem Druck von 73 bis 300 bar mit flüssigem CO2 (unter hohem Druck ist CO2 flüssig) gesäubert und so das Koffein in den flüssigen CO2 gelöst.  Bei diesem Vorgang wird das Koffein destrahiert (Destraktion = Trennverfahren). Das Koffein muss sodann dem Kohlenstoffdioxid entzogen werden. Das passiert mit Wasser oder einem Kohlefilter. Das koffeinfreie Kohlenstoffdioxid kann für einen weiteren Durchlauf zu Entkoffeinierung eingesetzt werden. Dieses Verfahren ist sehr beliebt, da nicht nur entkoffeinierte Kaffeebohnen, sondern auch das getrennte Koffein, welche so nun separat weiterverkauft werden kann, gewonnen wird.

Triglycerid-Verfahren

Die Rohbohnen werden in einer heißen Wasser-Kaffee-Lösung behandelt, um das Koffein an die Oberfläche der Bohnen zu holen. In einem separaten Behälter werden die Bohnen dann mehrere Stunden in heiße Kaffeebohnenöle eingetunkt. Die in den Ölen enthaltenen Triglyceride trennen das Koffein von den Bohnen ab. Positiv ist, dass jedoch nicht die Geschmacks- und Aromastoffe getrennt werden – diese bleiben bestehen. Die Bohnen werden dann vom Öl separiert und getrocknet.

Der Koffeingehalt in entkoffeiniertem Kaffee

Ja richtig gelesen: entkoffeinierter Kaffee enthält Koffein bzw. Restbestände! Als entkoffeinierter Kaffee darf in der EU Kaffee mit einem Anteil von weniger als 0,1 % Koffein bezeichnet werden. In anderen Ländern gibt es weniger strenge Regeln, so dass der Koffeingehalt dort höher sein kann. Nach Forschungen des Florida Maples Center for Forensic Medicine zufolge können 10 Tassen koffeinfreier Kaffee in etwa die gleiche Menge wie 1-2 Tassen gewöhnlicher Kaffee enthalten. Der gemessene Koffeingehalt beträgt 3 bis 15,8 mg pro Tasse von koffeinfreiem Espresso, und 6 bis 6,7 mg pro Tasse für koffeinfreien Kaffee. Nichtentkoffeinierter Kaffee enthält vergleichsweise ca. 85 mg Koffein pro Tasse.

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In welchen Ländern wird Kaffee angebaut?

Kaffee wird in ca. 80 Ländern auf der ganzen Welt angebaut. In manchen Ländern sind die Mengen aber so klein, dass sie für den Welthandel von keinerlei Bedeutung sind bzw. wird der Kaffee dort nur für den Eigenbedarf produziert.

Inhaltsverzeichnis

  1. Der Kaffeegürtel
  2. Top 10 der Anbaugebiete der Welt
  3. Unterschiedliche Geschmacksrichtungen
  4. Kaffeeanbau in Zahlen
  5. Kaffeeraritäten

Der Kaffeegürtel

Quelle: Wikipedia http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Carte_Coffea_robusta_arabic.svg

Quelle: Wikipedia
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Carte_Coffea_robusta_arabic.svg

Kaffee wächst aufgrund seiner besonderen klimatischen Anforderungen nur in tropisch-äquatorialen Ländern. Innerhalb des 23° Breitengrades nördlicher Breite und des 25° Breitengrades südlicher Breite zieht er Gewinn von frostfreiem, feucht-trockenem Wechselklima und Passatwinden. Also hat er nördlich und südlich des Äquators „sein zu Hause“. Somit zählen dazu: Mittelamerika (Karibik), Südamerika, Afrika, Südasien und, was viele gar nicht wissen, Australien!

Top 10 der Anbaugebiete der Welt

Kaffee_Produzenten_2011

Quelle: https://www.scalp-trading.com/kaffee/

1. Brasilien: 2.700.440

2. Vietnam: 1.168.000

3. Indonesien: 634.000

4. Kolumbien: 468.540

5. Äthiopien: 371.000

6. Peru: 314.000

7. Indien: 302.000

8. Honduras: 282.361

9. Guatemala: 242.839

10. Mexiko: 237.056

Summiert haben die Top 3 einen Anteil von 50-60% des jährlich weltweit hergestellten Kaffees, wobei sich der Anteil Brasiliens auf rund 33 % beläuft.

Unterschiedliche Geschmacksrichtungen

Kaffeeanbau in Brasilien

Kaffeeanbau in Brasilien

Die Top 3-Kaffees der Weltrangliste haben natürlich auch unterschiedliche Geschmacksrichtungen:

Der brasilianische Kaffee ist weich und mild mit ein wenig Säure.

Der Kaffee aus Vietnam hat unterschiedliche Qualitäten. Einerseits kann sich dieser Kaffee durch seinen ausgewogenen und harmonischen Geschmack auszeichnen. Leider betrifft das nur einen kleinen Teil der Ernte. Der größte Teil ist von durchschnittlicher Qualität und wird gerne als ‚Füller‘ benutzt. Die andere Teil aus guter Qualität verwöhnt den Gaumen mit Nuancen von Kakao und leicht nussigen Aromen. Vietnam ist übrigens der größte Robusta-Lieferant.

Der indonesische Kaffee ist geschmacklich das Gegenteil der latein-amerikanischen Sorten: weiches Aroma, einen vollen Körper und einen erdigen Geschmack, der teils auch leichte Kräuternoten enthält. Deshalb sind indonesische Kaffeesorten als Bestandteil vieler Kaffeemischungen sehr bevorzugt. Er sorgt für einen durchdringenden, tiefen und nachhaltigen Geschmack. Außerdem hat er so gut wie keine Säure, so dass die Intensität des Kaffeegeschmacks im Mund vollkommen zur Geltung kommt.

Mittelamerika, Kenia und Kolumbien bauen eher Arabica-Kaffee an und  Westafrika und Südostasien den Robusta.

Kaffeeanbau in Zahlen

Die Anbaufläche weltweit beträgt ca. 10 Mio. Hektar – das sind 14.005.602 Fußballfelder. Darauf wachsen ungefähr 15 Mrd. Sträucher. Pro Hektar ergibt sich somit ein durchschnittlicher Ertrag von rund 550 kg Rohkaffee. Also wachsen auf 1,4 Fußballfeldern 550 kg Rohkaffee. Zusammengerechnet macht das rund 5 Mrd. kg Rohkaffee auf der ganzen Welt.

Kaffeeraritäten

Die einzelnen Länder haben auch ihre Raritäten.

So hat z. B. Hawaii den Hawaii Kona.  Im Kona-Distrikt, im Westen der Hauptinsel, findet der Kaffee idealste Bedingungen vor. Auf einer Höhe von 1200 bis 1600 Metern gedeiht dieser Spitzenkaffee auf fruchtbarsten Vulkanböden und wird von der Sonne verwöhnt. An den Hängen der Vulkane Mauna Loa, Hualalai und Mauna Kea erfahren die Pflanzen das optimale Maß von wärmendem Sonnenschein und kühlem Schatten. Dieser Kaffee der höchsten Güteklasse verwöhnt mit einem besonders lieblichen Aroma, das über leichte Nussnuancen verfügt und dabei mit seinem gehaltvollen Körper auf fruchtig-würzige Weise dem Gaumen schmeichelt. Die Typica-Bohne des Hawaii Kona Extra Fancy stammt von den Setzlingen einer Arabica-Pflanze ab, die ihren Weg aus Java in den botanischen Garten Amsterdams fand. Von dort aus gelangten Setzlinge nicht nur nach Jamaica, sondern über Umwege auch nach Hawaii. Kenner weltweit schätzen und lieben diesen Kaffee, das macht ihn so begehrt und selten. Wir sind glücklich, Ihnen diese äußerst rare Spezialität anbieten zu können.

Australien ist bekannt für seinen Australien Skybury. Er hat eine besonders leckere einzigartig aromatische Note für Liebhaber einer voll aromatischen aber doch nicht zu kräftigen Tasse mit mit nussigem Schoko-Aftertaste.

Jamaika hat seinen Jamaica Blue Mountain. Dieser Kaffee ist für Kenner der König unter den Kaffeesorten. Mit seinen einzigartigen schokoladig-nussigen Geschmacksnoten und einer feinen Süße, gepaart mit einer fein-milden Säure und niedrigem Koffeingehalt ist er unübertrefflich und echte Weltklasse.

Als oberste Rarität hat Indonesien den Kopi Luwak anzubieten. Er ist der teuerste Kaffee der Welt, aufgrund der Herstellung. Schleichkatzen fressen die Kaffeekirschen aufgrund ihrer Süße. Sie können die Kaffeebohnen aber nicht verdauen und scheiden sie so wieder aus. Durch die langsame Verdauung durch Bakterien und Enzyme im Darm der Schleichkatze verschwinden einige der enthaltenen Bitterstoffe fast gänzlich. Dies verändert den Geschmack des Kaffees nachhaltig: Er ist sehr würzig, mit leichtem Karamell- und Schokoaroma.

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