Ist Kaffee gesund oder ungesund?

Kaffee ist ungesund, macht süchtig, fördert die Krebsbildung und ist für etliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich! So zumindest die weitläufige Meinung. Die meisten Aussagen über Kaffee entsprechenen schlichtweg nicht der Wahrheit. Wir klären Sie in diesem Artikel über die Vor- und Nachteile von Kaffee und Koffein auf und räumen mit den Mythen und Halbwahrheiten auf.

In Deutschland werden pro Tag 73 Millionen Tassen Kaffee getrunken. Das ist ein Pro-Kopf-Verbrauch von 6,9 kg Kaffee im Jahr. Bei einem so hohen Kaffeekonsum stellen sich viele Menschen die Frage: “Ist Kaffee überhaupt gesund?”. Wer eine Antwort darauf sucht, findet meist gegensätzliche Meinungen, Halbwahrheiten und hin und wieder auch komplette Falschaussagen. Dies führt zur Verunsicherung und den Irrglauben, dass Kaffee ungesund und schlecht für die Gesundheit sei, manifestiert sich in den Köpfen der Menschen. Studien aber beweisen das Gegenteil: Kaffee wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus, stärkt das Herz-Kreislauf-System und kann sogar dazu beitragen, dass kein Diabetes eintritt.

Das Koffein im Kaffee

Im Kaffee ist bekanntlich Koffein enthalten. Dieses ist ein nicht so schöner Aspekt. Es kann abhängig machen. Beim Absetzen des Koffeins kann es zu einem leichten Entzug mit Kopfschmerzen und Stimmungstief kommen. Bei Menschen, die zu viel Koffein zu sich nehmen, ist es möglich, dass sie mit Schlaflosigkeit, Herzrasen oder sogar Herzrhythmusstörungen zu kämpfen haben. Dies basiert aber auf einer schon vorher bestehen Erkrankung am Herzen. So kam es dazu, dass Mediziner lange annahmen, dass sich ständiges Kaffeetrinken negativ auf das Herz auswirke. Studien beweisen aber das Gegenteil. Ein Forscherteam aus Singapur und den USA stellten folgendes fest: Analysen von Studien ergaben, dass Menschen, die zwischen drei und fünf Tassen Kaffee am Tag trinken, seltener einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden als diese, die entweder gar keinen Kaffee oder wesentlich mehr als fünf Tassen trinken.

Fördert Kaffee Herz- und Krebserkrankungen?

Beim Rösten entstehen schädliche Stoffe. Dabei ist aber zu bedenken, dass die Konzentration dieser Stoffe sehr entscheidend ist, denn die Menge macht das Gift. Die Menge an krebserregenden Stoffen im Kaffee ist so gering, dass selbst der Experte einen hohen Kaffeekonsum für vertretbar hält.

Eine weitere Studie aus dem Jahre 2012 analysierte fünf Studien zum Thema Kaffee und Herzerkrankungen zwischen 2001 und 2011. Das Ergebnis daraus war, dass ein Kaffeekonsum von 4 Tassen Kaffee am Tag (0,4 bis 0,6 Liter) das Risiko von Herzversagen um 11 % reduzierte. Sogar 10 Tassen Kaffee am Tag beeinflussen nicht das Risiko von Herzerkrankungen.

Macht Kaffee süchtig?

Für viele Menschen ist der Kaffee am morgen und den kompletten Tag über unerlässlich. Durch den hohen Konsum könnte man denken er macht süchtig. Er tut dies sicherlich auf gewisse Weise. Aber es ist ein Gerücht, dass er süchtig macht. Kein Stoff darin ruft eine Sucht hervor. Nichts ist im Kaffee enthalten, was der Körper nicht auch von anderswo bekommen könnte. Es besteht also wenn, dann nur eine psychologische Abhängigkeit.

Wirkt Kaffee entwässernd?

Vornherein kann ich schon mal sagen: nein!

Kaffee besteht ungefähr zu 98 % aus Wasser. Er wird deshalb zur Flüssigkeitsbilanz dazugezählt, so wie ebenso jedes andere Getränk. In Italien z. B. gibt es ein Glas Wasser zum Espresso. Dies ist aber eigentlich nicht notwendig.

Kaffee als Muntermacher Nr. 1

Kaffee hat eine bemerkenswerte Wirkung: die Gehirndurchblutung und somit die Konzentration werden gesteigert. Außerdem nehmen die Reaktionsgeschwindigkeit und die Aufnahmebereitschaft unseres Gehirns zu. Kaffee ist also der absolute Wachmacher: mit einer Tasse Kaffee werden wir wieder aufmerksamer und konzentrierter als vorher. Er macht also kreativer, intelligenter und ausdauernder. Dies bedeutet aber nicht unbedingt, dass er uns den Schlaf raubt. So werden einige von 2 Tassen am späten Nachmittag munter und manche macht nur eine Tasse schläfrig.

Fazit:

Kaffee ist nicht ungesund.

Die gute Nachricht also: wer gern Kaffee trinkt, kann dies auch weiterhin tun! Juhu!

Es ist wichtig zu sagen, dass jeder Mensch anders auf Kaffee reagiert. So muss sich jeder selbst die Frage stellen, ob Kaffee gesund für ihn ist oder nicht. Beispielsweise bekommt einer vom Kaffee Kopfschmerzen und der andere nimmt gegen seine Kopfschmerzen Kaffee zu sich.

Im Folgenden habe ich nochmal eine Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen von Kaffee:

Vorteile:

  • Kaffee verringert das Risiko von Diabetes Mellitus Typ 2,
  • das Koffein senkt den Blutdruck,
  • das Koffein kurbelt den Stoffwechsel an,
  • Kaffee hat eine konzentrationssteigernde Wirkung,
  • Kaffee schützt die Leber,
  • Kaffee mindert das Risiko von Gicht,
  • Kaffee schützt vor Blasen-, Nieren-, Darm-, Brust- und Leberkrebs,
  • Kaffee beugt Alzheimer und Parkinson vor,
  • das Koffein wirkt verdauungsfördernd,
  • Kaffee ist antibakteriell und schützt daher die Zähne vor Karies.

Nachteile:

  • ein hoher Kaffeekonsum erhöht bei Schwangeren das Risiko von Totgeburten,
  • Kaffee verschlechtert Osteoporose,
  • Kaffee entzieht dem Körper Kalium und Kalzium,
  • Kaffee greift die Magenschleimhaut an,
  • ein starker Kaffeekonsum kann die Entstehung eines Glaukoms (grünen Stars) fördern.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (5 Bewertungen, Ø 4,20 von 5)

Loading...Loading...