Serie Kaffeespezialitäten: Cappuccino

In den meisten Cafés und Restaurants gibt es sie: die Kaffeespezialitäten. Dazu gehören   Cappuccino, Latte Macchiato, Caffé Latte, etc. Manch einer fragt sich jedoch was der Unterschied zwischen diesen Kaffeespezialitäten ist. In unserer Serie klären wie über Zusammensetzung, Zubereitung und Besonderheiten der einzelnen Kaffeespezialitäten auf.

Heute: der Cappuccino

Inhaltsübersicht

  1. Der Begriff „Cappuccino“
  2. Die Geschichte des Cappuccinos
  3. Die perfekte Cappucino-Zubereitung
  4. Verschiedene Variationen eines Cappuccinos
  5. Der Cappuccino-Effekt

Der Begriff „Cappuccino“

Ein Cappuccino ist ein italienisches Kaffeegetränk, welches aus einem Espresso, heißer Milch und heißem Milchschaum besteht.

Er wird in dickwandigen, vorgewärmten Porzellantassen angerichtet und gesüßt verzehrt. In Italien wird er fast ausschließlich zum Frühstück serviert.

In den letzten Jahren hat der Cappuccino in Deutschland an Bedeutung zugenommen und wurde zu einem der populärsten Kaffeegetränke. Fast 16 % der Deutschen trinken mindestens einmal pro Woche einen Cappuccino.

Die Geschichte des Cappuccinos

Der Cappuccino stammt von dem österreichischen Kapuziner, einer Wiener Kaffeespezialität, ab. Diese Spezialität ist ein Mokka, der mit flüssigem Schlagobers (Schlagsahne) vermengt wird. Dabei erhält das Getränk eine Färbung, die der Kutte eines Kapuzinermönches ähnelt. So kam es dazu, dass der Cappuccino seinen Namen vom italienischen Wort für „Kapuze” (cappuccio) erhielt, weil seine Farbe an die Kutte der Kapuzinermönche erinnert.

Wie aber kam man auf den Cappuccino? Wahrscheinlich entstand er, weil österreichische in Italien stationierte Soldaten weiterhin ihren gewohnten Kapuziner genießen wollten. Mit den in Italien vorzufindenden Mitteln und Zutaten haben sie sich ihren Kapuziner „gebraut“. Und so entwickelte sich mit der Zeit der heutige Cappuccino. Mit seiner Ursprungsform hat er heute aber nur noch wenig gemein.

Die perfekte Cappucino-Zubereitung

Verteilung der Bestandteile eines Cappuccinos

Verteilung der Bestandteile eines Cappuccinos

Insgesamt 3 Bestandteile sind für den perfekten Cappuccino notwendig: Espresso, Milch und Milchschaum. Diese werden wie folgt zu einem Cappuccino verarbeitet:

Zuerst wird ein einfacher Espresso aufgebrüht und in die Tasse gegeben. Dann wird die leicht cremig aufgeschäumte Milch auf den Kaffee gegeben, so dass die braune Crema des Espressos auf dem Schaum der Milch zum Vorschein kommt. So erhält der Cappuccino sein typisches Aussehen.

Bei der Zubereitung ist vor allem der Milchschaum wichtig, der dem Cappuccino seine Cremigkeit verleiht. Entscheidend ist insbesondere die Temperatur. Vor dem Erhitzen und Aufschäumen sollte die Milch kalt sein. Auf diese Weise bleibt genügend Zeit, dass feine Luftbläschen entstehen können. Die Temperatur sollte während des Erhitzens nicht die 70 Grad-Grenze übersteigen, da der Milchschaum sonst zu zerfallen droht und sich dies negativ auf den Geschmack auswirkt.

Mancher fragt sich zudem, welche Kaffeebohnen für den perfekten Cappuccino am geeignetsten sind. Darüber lässt sich streiten, denn auch hier geht es wieder um den eigenen persönlichen Geschmack. Aber: Die beliebteste Mischung ist eine Arabica-Robusta-Mischung mit dem Verhältnis 60:40. In Norditalien gibt es aber auch Mischungen mit weniger Robusta-Anteil bis hin zu 100 % Arabica. Die Robustabohne hat den Ruf als „unfeine“ Kaffeebohne. Entgegen diesem Ruf ist sie aber vorteilhaft für die Zubereitung eines Cappuccinos: Ihre Würze setzt sich in dem Milchmischgetränk besonders gut durch, besser als die der säurebetonteren Arabicabohne. Und die Robustabohne produziert bei der Extraktion mehr Crema, was zu einer kräftigeren Farbe der braunen Haube sorgt.

Barista Besteck zum Herstellen von Latte Art

Barista Besteck zum Herstellen von Latte Art

Aufgrund der flüssigen Konsistenz des Milchschaums ist es möglich durch Bewegungen des Kännchens beim Eingießen des Milchschaums braun-abgestufte Muster zu gestalten. Diese kunstvolle Verzierung wird in der Fachsprache als Latte Art bezeichnet. Da gibt es Formen wie Herzen, Blätter, Tulpen, Drachen oder Schmetterling. Diese Kunst ist schon so weit fortgeschritten, dass es unter den Baristas nationale und internationale Wettbewerbe gibt.

In manchen Cafés findet man auf dem Milchschaum ein Muster aus Kakaopulver wieder. Dies kann mittels speziellen Cappuccino Schablonen kreiert werden. Auf diese Weise wird die Farbe und das Aroma der Cremahaube auf der Milch nachgebessert.

Variationen des Cappuccinos

Den Cappuccino kann man natürlich auch variieren, hier ist alles erlaubt. So ist es z. B. in Deutschland üblich den Cappuccino mit Schlagsahne statt aufgeschäumter Milch anzurichten. In Österreich ist der als Franziskaner bekannt, in Italien als cappuccino con panna.

Weiterhin ist der „Flavoured Cappuccino“ bekannt. Ihm wird ein Sirup mit unterschiedlichen Geschmachsrichtungen, wie Vanille, Nuss oder Karamell hinzugegeben. Beliebt ist der Cappuccino auch mit kleinen Marshmallows auf dem Milchschaum.

In Italien gibt es folgende Varianten des Cappuccinos:

Cappuccino mit Kakao
Auf den Milchschaum wird (echter) Kakao gestreut und in der Weihnachtszeit wird er mit etwas Zimt vermischt.

Cappuccino chiaro/scuro
Weniger Espresso und mehr gekochte Milch oder mehr Espresso und weniger gekochte Milch.

Cappuccino senza fiuma
Ohne aufgeschäumte Milch.

Cappuccino freddo
Dieser Cappuccino wird kalt serviert.

Der Cappuccino-Effekt

… ist ein Effekt, der nach dem Umrühren des Cappuccinos auftritt und ein akustisches Phänomen ist.

Und so kann man sich das Phänomen anhören: Direkt nach dem Umrühren klopft man mit dem Löffel mehrmals hintereinander an die Tasse. Die Tonhöhe steigt innerhalb der ersten Sekunden gut hörbar an. Nach wiederholtem Umrühren, lässt sich der Effekt so lange wiederholen, wie noch Milchschaum vorhanden ist.

Das Phänomen findet auch statt, wenn Salz in ein Glas heißes Wasser oder kaltes Bier gegeben wird.

Über den auch genannten „hot chocolate effect“ verfasste Frank Crawford 1982 die erste elementare physikalische Abhandlung.

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Ein Gedanke zu „Serie Kaffeespezialitäten: Cappuccino

  1. Fabienne

    Sehr interessanter Beitrag! Nachdem ich deinen Blog-Eintrag gelesen habe, werde ich mir jetzt sofort einen Cappuccino zubereiten. Ich kann leider nicht so tolle Muster auf den Milchschaum zaubern, aber hauptsache die Mischung stimmt.

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