Unterschied zwischen Arabica und Robusta

Es gibt 60 unterschiedliche Sorten Kaffee. In den letzten Jahrzehnten hat es sich jedoch hauptsächlich auf die beiden Sorten Arabica (Coffea arabica) und Robusta (Coffea canephora) konzentriert und sie sind die bedeutendsten Kaffeepflanzen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Arabica-Pflanze
  2. Die Robusta-Pflanze
  3. Unterschiede
  4. Der unterschiedliche Geschmack

Die Arabica-Pflanze

Arabica-Kaffee wird auch Bergkaffee oder Javakaffee genannt und ist sowohl die wirtschaftlich bedeutendste Pflanzenart aus der Gattung Kaffee als auch die hochwertigste Bohne. Sie gehört zu der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Die Arabica-Sorte macht 60 Prozent des Welthandels aus. Sie wächst im Hochland z. B. in KeniaKolumbien und Mittelamerika bei 15-25°C. Der Arabica-Kaffee wächst als Strauch oder Baum. Er erzielt eine maximale Wuchshöhe von ca. 5 m. Die Pflanze Coffea arabica wurde im 7. Jahrhundert in der Provinz Kaffa im äthiopischen Hochland erblickt. Die Eingeborenen gebrauchten die wild wachsende Pflanze als Nahrungsmittel. Sie kauten die Blätter und verarbeiteten den Saft der ausgepressten Kaffeekirschen zu einer Art Wein. Der erste systematische Kaffeeanbau der Sorte Arabica wurde im Südjemen im 15. Jahrhundert ausgeübt. Ans Land wurde die wertvolle Bohne über den Hafen von Mokka (al-Mucha) am Roten Meer gebracht. Coffea arabica verbreitete sich Mitte des 17. Jahrhunderts immer weiter und langte schließlich auch nach Java (heute Indonesien). Heutzutage sind die Anbaugebiete der Arabica-Sorte auf kleinen Plantagen in großen Teilen der Welt zwischen dem 23. Grad nördlicher und dem 25. Grad südlicher Breite verteilt.

Die Robusta-Pflanze

Robusta-Kaffee wird auch Tiefland-Kaffee genannt, also das ganze Gegenteil vom Arabica-Kaffee. Die Pflanze wurde im 19. Jahrhundert in Afrika entdeckt. Sie wächst als Strauch oder hoher Baum, der bis zu 8 m hoch werden kann. Coffea canephora wird hauptsächlich im Flachland bei Temparaturen bis zu 36°C angebaut. Die Pflanzensorte ist weniger empfindlich gegen Krankheiten, Hitze und hohe Feuchtigkeit als der Arabica-Kaffee. Sie trägt aber mehr als auch schneller reifende Früchte. Der Robusta wird vor allem in Westafrika und Südostasien angebaut und macht ca. 30 % der Weltkaffee-Ernte aus. Die Früchte werden überwiegend trocken bearbeitet. Allerdings werden sie als Ganzes mit Fruchtfleisch und Pergamenthülle in der Sonne getrocknet. Dann werden sie in Schälmaschinen verarbeitet, welche die eigentlichen Bohnen extrahieren.

Unterschiede

Für Laien sehen die Bohnen der beiden Sorten sehr ähnlich aus – aber das täuscht. Der Arabica vs Robusta IIgenetische Code bemisst sich bei Robusta auf 22 Chromosomen, Arabica hat doppelt so viele. Dies offenbart sich in Details wie Form und Farbe der Blätter, vor allem aber beim Wuchs wie oben schon beschrieben. Die deutlichsten Unterscheidungsmerkmale sind die Form und Größe der Bohnen. Die Bohnen des Robusta sind rundlicher und kleiner und haben einen fast geraden Einschnitt auf der flacheren Seite. Arabicabohnen sind deutlich grösser und flacher, die Form ist sichtbar ovaler. Die Einkerbung auf der flachen Seite ist in sanfter S-Form gebogen. Bedeutsam ist auch der Unterschied im Koffeingehalt der beiden Bohnenarten. Die Arabicabohne ist herzschonender und hat einen Koffeingehalt zwischen 1,1 und 1,7 %. Da ist der Robusta der bessere Wachmacher: 2 bis 4,5 % Koffeingehalt sind nicht zu unterschätzen. Der Koffeingehalt ist durch das Rösten kaum zu lindern, dahingehend können die Chlorogensäuren durch langsame und schonende Röstverfahren deutlich gesenkt werden. Beim Gehalt an Chlorogensäuren hat auch hier die Robustabohne den ersten Rang. Diese Säuren sind harntreibend. So können bei Arabica vs Robustamagenempfindlichen Menschen Unwohlsein und Verdauungsstörungen verursacht werden. Im Allgemein wird der Arabica geschmacklich höher eingestuft als der Robusta. Die Arabicabohnen sind in der Regel weicher, aromatischer und weniger bitter. Dafür sind die Robustabohnen mit dem besseren Körper ausgestattet. Viele Espressosorten möchten das Beste aus beiden Sorten verbinden und bestehen deshalb aus einer Mischung beider Arten. Zudem besitzt Robusta-Kaffee einen geringeren Ölanteil. Dies wirkt sich in einer länger haltbaren Crema aus. Deshalb haben süditalienische Espressomischungen meist einen Robusta-Anteil von fast 50%.

Der unterschiedliche Geschmack

Arabica zeichnet sich durch einen edleren Geschmack aus. Coffea arabica schmeckt leicht, mild, süsslich, rund, klar und hat eine definierte Säure. Der Robusta schmeckt häufig erdig, nussig und nach Moder, Leder oder Holz. Er ist sehr kräftig, harsch, bitter und ragt in einer Mischung geschmacklich hervor. Wer schon mal wissend Robusta geschmeckt hat, wird den Geschmack in vielen Kaffeesorten wiedererkennen. In einer Mischung gleicht der Robusta die geschmacklichen Spitzen des Arabica-Kaffees aus.

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