Was ist eine Kaffeerösterei?

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Kaffeerösterei
  2. Kleine und große Röstereien
  3. Verschiedene Kaffeeröstmaschinen
  4. Verpackungsarten
  5. Die Kaffeesteuer

Die Kaffeerösterei

Eine Kaffeerösterei ist ein Betrieb, in der Rohkaffee geröstet, also verzehrbar gemacht wird. Unter Rösten versteht man das trockene Erhitzen der Kaffeebohnen, üblicherweise unter atmosphärischem Druck. In Deutschland gibt es ca. 600 Kaffeeröstereien, die auf alle Bundesländer verteilt sind.

Der größte Importhafen für Rohkaffee in Europa ist der Hamburger Hafen. In der Stadt Bremen wird über die Häfen Bremen und Bremerhaven die größte Menge an Kaffee auf Deutschland umgeschlagen. Deutschland ist der drittgrößte Kaffee-Verbrauchermarkt der Welt, nach den USA und BrasilienImportiert wird weltweit aus ungefähr 60 Staaten.

Der Kaffeemarkt in Deutschland wird zu 85% von wenigen Großröstereien beherrscht. Dazu zählt Tchibo als der größte deutsche Kaffeeröster. Danach folgt die Bremer Jacobs Gruppe mit den Marken HAG und Onko. Diese beiden Röstereien bilden einen Anteil von über 40%. Die anderen 40% setzen sich aus Dallmayr, Melitta, sowie Aldi zusammen. Der Rest besteht aus kleinen und regionalen Kaffeeröstereien.

Kleine und große Röstereien

Unterschieden wird bei den Kaffeeröstereien in kleine und große. Zu den großen Röstereien, bzw. auch Industrierösterei genannt, zählen die eben genannten 85% des Marktes. Das Industrieröstverfahren ist zeitsparend, da der Rohkaffee mit Heißluft bei ca. 600°C zwischen 60 Sekunden und 3 Minuten geröstet wird. Bei den kleinen Röstereien werden die Bohnen im traditionellen Röstverfahren in einer Trommel bei 200-250°C für 15-20 Minuten geröstet. Sorte und Qualität der Bohnen, als auch Röstzeit und Temperatur legen den Röstgrad fest und wirken auf die Aromabildung, die Entwicklung der Geschmacksstoffe und die Bekömmlichkeit ein. Je länger die Bohnen bei niedriger Temperatur geröstet werden, desto höher ist die Röstkaffeequalität. D.h. dass somit mehr unverträgliche Chlorogensäuren abgebaut und mehr Aromastoffe aufgebaut werden können.

Verschiedene Kaffeeröstmaschinen

Für die Röstung werden für verschiedene Anwendungsfälle unterschiedliche Maschinen verwendet:

Probenröster

…ist ein Gerät zum Rösten von kleinen Mengen Kaffees im Labor oder der Probenküche. Diese Geräte werden auf Plantagen im Kaffeehandel und in der Produktion verwendet. Mit dem Probenröster werden Kaffeequalitäten beobachtet, Mischungen produziert und die laufende Qualitätskontrolle (Verkostung) vorgenommen. Es gibt Geräte mit einer und welche mit mehreren Rösttrommeln, um parallel mehrere Mischungen herstellen zu können.

Laden- oder Kleinröster

…sind Geräte für die laufende Produktion von kleinen Mengen Kaffees. Klassische Größen sind 1–25 kg. Gewöhnlich werden Trommelröster, die elektrisch oder mit Gas beheizt werden, eingesetzt. Mit diesen Geräten können kleine Mengen Kaffee z. B. auf Kundenwunsch produziert werden.

Industrieröster

…sind Röstanlagen für den Gebrauch in Fabriken. Meistens werden verschiedene Heissluftverfahren eingesetzt. Sie sind sparsamer, schneller und ermöglichen einen kontinuierlichen Prozess. Oft sind diese in Produktionslinien integriert, die von der Reinigung und Mischung der Rohkaffeebohne bis zum gemahlenen Endprodukt alle Prozessschritte in einer geschlossenen Kette enthalten.

Heimröster

Früher war der Röster ein gängiges Küchengerät zum Rösten von rohen Kaffeebohnen. Die Geräte verbreiteten sich im 18. und 19. Jahrhundert mit der Einführung des Kaffees. Vorerst in wohlhabenden Häusern und später auch im Bürgertum und auf dem Land. Es gab verschiedene Arten: Kaffeeröster für den Einsatz am offenen Feuer der Bauernhäuser in Topfform, als Einsatz in Kohleherde und Trommelröster aus Eisenblech. Die Trommelröster wurden solange in der Glut gerollt, bis sich die gewünschte Farbe und Aroma bildete. Die Röster wurden für das offene Feuer auf einem Dreibein oder einem Feuerbock gelegt oder an einem speziellen Ständer mit Drehmechanik eingehängt.

Im 20. Jahrhundert, vor allem in oder nach Kriegszeiten, wurde die private Kaffeeröstung erneut beliebt. Gerösteter Bohnenkaffee wurde hoch besteuert und war schlecht zu erlangen. Dadurch wurde Rohkaffee oft mit anderen Ersatzkaffees versetzt, um ein günstigeres Produkt zu schaffen.

Heutzutage werden Heimröster nur von kleinen Teilen der Bevölkerung im Hobbybereich benutzt. Dies basiert wohl auf bestimmten Geschmacksvorstellungen, wie Säure, Körper oder Crema. Daher folgen aus dieser Herstellung viele Möglichkeiten. Die Röstung wird entweder mit eigens dafür hergestellten elektrischen Geräten ausgeführt oder mit anderen Geräten, wie Popcornmaschinen mit Heissluft oder Herdaufsätze.

Verpackungsarten

Die fertig gerösteten Kaffeebohnen bzw. der gemahlene Kaffee können in verschiedenen Verpackungsmöglichkeiten abgepackt werden. Da gibt es z. B.:

– Aromaschutzverpackung mit Ventil

– Vacuumverpackung mit Schwefel (von der Industrie genutzt).

Die Kaffeesteuer

Aufgrund des Kaffeesteuergesetzes müssen Röstkaffee und Röstkaffee enthaltende Waren besteuert werden. Auf Röstkaffee wird eine Steuer von 2,19 Euro/kg und auf löslichen Kaffee eine Steuer von 4,78 Euro/kg erhoben. In Deutschland beziffern sich die jährlichen Einnahmen aus der Kaffeesteuer auf rund eine Milliarde Euro. Jüngst haben einige Hersteller angefangen, gemahlenen Röstkaffee mit bis zu 12% Maltodextrin, Karamell und anderen Kohlenhydraten zu panschen. Die Hersteller Kraft Foods und Tchibo begründen dies mit geschmacklichen Gründen. Dieses Vorgehen bringt den Unternehmen zusammen mit dem Rösten im Ausland zudem beträchtliche steuerliche Vorteile.

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