Wie entkoffeiniert man Kaffee?

Wie entkoffeiniert man Kaffee?

Verfahren zur Entkoffeinierung von Kaffee

Um koffeinfreien Kaffee zu erhalten, muss man in einem aufwendigen Prozess das Koffein der Bohne entziehen. Aber in jedem koffeinfreien Kaffee ist immer noch ein bisschen Koffein enthalten. Ein Kaffee kann als entkoffeinierter Kaffee verkauft werden, wenn er unter 0,1% Koffein hat. Dadurch besitzt entkoffeinierter Kaffee immer noch einen sehr kleinen Restgehalt an Koffein. Der Geschmack, das Aroma, ist allerdings viel wichtiger als der restliche Koffeingehalt von dem entkoffeinierten Kaffee. Dadurch werden die Forscher vor eine schwere Aufgabe gestellt, dadurch dass das Aroma in den Bohnen bleiben soll. Das Aroma und somit auch der Geschmack von Kaffee bezieht sich auf über 400 verschiedene chemische Bestandteile, die alle im Kaffee enthalten sind und auch nachdem der Kaffee entkoffeiniert erhalten bleiben sollen.

Entkoffeinierung mit dem Roselius-Verfahren

Das Roselius-Verfahren ist das wirtschaftlich erste genutzte Verfahren zur Entkoffeinierung. Es wurde von Ludwig Roselius entwickelt und stammt aus dem Jahre 1903. Die ganzen Kaffeebohnen werden zuerst mit Salzwasser vorgequollen. Sie werden dann mit dem Lösungsmittel Benzol bearbeitet damit die Bohnen das Koffein verlieren. Das Verfahren wird nicht mehr verwendet, dadurch dass das Lösungsmittel Benzol krebserregend ist.

Entkoffeinierung durch den Schweizer-Wasser-Prozess

Am Ende von 1970 wurde ein neues Entkoffeinierungsverfahren nach dem Schweizer-Wasser-Prozess entwickelt. Die Bohnen werden zuerst mit heißem Wasser solange behandelt, bis das gesamte Koffein und andere wichtige Bestandteile komplett herausgelöst sind. Das Wassergemisch wird weiterverwendet und der Rest anschließend entsorgt. Das Wasser wird durch Aktivkohlefilter gepresst, wobei die Koffeinmoleküle herausgefiltert werden. Dadurch erhält man dann ein koffeinfreies Wassergemisch, wo nun wieder neue Kaffeebohnen zugefügt werden. Dadurch dass in dem Wassergemisch bereits gelöste Kaffeebestandteile vorhanden sind, wird bei dem nächsten Durchlauf nur das Koffein aus den neuen Kaffeebohnen gelöst. All die anderen, wichtigen Bestandteile für das Aroma im Kaffee bleiben dadurch enthalten. Das wird so lange gemacht bis die Bohnen einen Koffeingehalt von unter 0,1% aufweisen. Da es unwirtschaftlich ist, wird dieser Entkoffeinierungsprozess nur noch selten verwendet, denn ein großer Teil der Kaffeebohnen wird einfach weggeschmissen und kann später dann nicht an den Kunden verkauft werden.

Entkoffeinierung nach dem direkten Verfahren

Bei dem direkten Verfahren werden die Bohnen zuerst 30 Minuten lang heißem Wasserdampf ausgesetzt um dann anschließend mindestens 10 Stunden in die Lösungsmittel Ethylacetat oder Dichlormethan gespült zu werden. Die Lösungsmittel werden dann von den Kaffeebohnen getrennt und mindestens 10 Stunden getrocknet, sodass auch der letzte Rest des Lösungsmittels verflogen ist. Das Lösungsmittel Ethylacetat hat sich in der Industrie etabliert, da es aus Obst und Gemüse gewonnen werden kann, und somit auch natürlich ist. Solche Kaffeebohnen werden oftmals als natürlich entkoffeinierter Kaffee im Handel bezeichnet.

Entkoffeinierung mit dem indirekten Verfahren

Zu Beginn bei dem indirekten Verfahren werden im Wasser alle löslichen Bestandteile der Kaffeebohnen herausgelöst. Mittels Dichlormethan oder Ethylacetat wird aus dem Wassergemisch das Koffein entfernt. Die dadurch enthaltene koffeinfreie Wasserlösung wird dann anschließend mit neuen Kaffeebohnen aufgekocht, wodurch sich dann ein Löslichkeitsgleichgewicht einstellt. Bei diesem Löslichkeitsgleichgewicht entzieht diese Wasserlösung, nicht unähnlich dem Schweizer-Wasser-Prozess, den neuen Kaffeebohnen nur das Koffein.

Entkoffeinierung durch das Kohlenstoffdioxid-Verfahren

Die Kaffeebohnen werden bei dem Entkoffeinierungsverfahren mit Kohlenstoffdioxid einem Druck von 73 bis 300 Atmosphären ausgesetzt und die Bohnen werden dabei mit flüssigem überkritischem Kohlenstoffdioxid gespült, und dabei wird das Koffein destrahiert (Destraktion = Trennverfahren). Anschließend muss das Koffein dem Kohlenstoffdioxid entzogen werden, das geschieht mit einem Kohlefilter oder Wasser. Das dadurch entstehende koffeinfreie Kohlenstoffdioxid kann für einen weiteren Durchlauf zur Entkoffeinierung eingesetzt werden. Die Unternehmen erhalten durch dieses Verfahren nicht nur entkoffeinierte Kaffeebohnen, sondern auch das getrennte Koffein, welche nun separat weiterverkauft werden kann, und dadurch ist dieses Verfahren sehr beliebt.

Entkoffeinierung mit dem Triglycerid-Verfahren

Das Triglycerid-Verfahren beginnt mit ungerösteten Kaffeebohnen, die vorbehandelt werden mit einer heißen Wasser-Kaffee-Lösung. Dadurch wird das Koffein das in den Bohnen enthalten ist an die Oberfläche der Kaffeebohnen transportiert. Danach werden die Bohnen in heiße Kaffeebohnenöle für einige Stunden eingetaucht. Das Koffein wird dadurch aus den Bohnen mit den in den Kaffeebohnenölen enthaltenen Triglycerid. Es sollen bei diesem schonenden Entkoffeinierungsverfahren alle wichtigen Aromen- und Geschmacksstoffe in den Kaffeebohnen erhalten bleiben. Am Ende müssen die Kaffeebohnen nur noch getrocknet werden.

Genetische Versuche für entkoffeinierte Kaffeebohnen

Einige Wissenschaftler forschen gerade an Kaffeebohnen die kein Koffein beinhalten sollen. Einige Forscher konnten erste Erfolge im Jahre 2004 – mit genetisch veränderten Arabica-Kaffeebohnen – erzielen. Forscher in Brasilien, Japan, Hawaii und Schottland arbeiten so an genetisch veränderten Kaffeepflanzen.

Kaffeerösterei

Link: http://entkoffeinierter-kaffee.com/infos/entkoffeinierungsverfahren.html

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