Zubereitungsmethoden von Kaffee und Espresso

Welche Zubereitungsmethoden gibt es für Kaffee und Espresso

Drucklose Zubereitungsmethoden

Türkischer Mokka

Zubereitung:

Verarbeitet wird türkischer Kaffee in speziellen Kupfer- oder auch Messingkannen mit besonders langem Griff, und sie werden Ibrik genannt. Der Mokka wird aus kleinen und flachen Tassen getrunken. Zwei Teelöffel Kaffeepulver und ein bis eineinhalb Teelöffel Zucker pro Tasse ist die normale Dosierung. Zucker und Kaffee in die Kanne geben und aufgießen mit Wasser, und dann beim Erhitzen umrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Wenn sich Schaum auf der Oberfläche bildet, ist der Kaffee das erste Mal aufgekocht. Um einen Löffel des Schaums in die Tasse zu geben, muss die Kanne kurz vom Herd genommen werden. Bevor der Kaffee in die Tassen gegossen wird, muss der Kaffee ein zweites Mal aufkochen. Der Kaffee hat die richtige Trinktemperatur erreicht, wenn sich das Pulver am Boden festgesetzt hat.

Geschichte:

Diese Zubereitungsart ist seit dem 16. Jahrhundert vor allem im Nahen Osten verbreitet und bekannt. Ursprünglicherweise war Mokka der Name einer jemenitischen Kaffeesorte, benannt nach dem wichtigsten Verschiffungshafen im Jemen, al-Mucha.

Geschmack:

Durch diese besondere Zubereitung enthält das fertige Getränk feine Schwebeteilchen, die dem Mokka eine fast sirupartige, dickflüssige Konsistenz geben. Gewürzt werden kann er mit Kardamon, Nelken und Zimt oder auch mit Rosenwasser.

Der (Kannen)Aufguss

Zubereitung:

Ein Kannenaufguss lässt sich fast ohne Hilfsmittel herstellen. Man nimmt einfach ziemlich grob gemahlenes Kaffeepulver, gibt es in eine Kanne und lässt den Kaffee eine nicht näher definierte Zeit ziehen. Entweder wird danach der Kaffee sehr vorsichtig – damit der Satz in der Kanne bleibt – abgeschüttet oder durch ein Sieb in die Tasse gefüllt.

Vorteile:

Dieser Kannenaufguss ist so ziemlich überall und immer möglich. Man könnte von einer kinderleichten Zubereitungsvariante sprechen, wenn das Wasser nicht so heiß wäre.

Nachteile:

Je nachdem der Zeit, der der Kaffee zum Ziehen bekommt, schmeckt der Kaffee mal so, mal so. Man muss außerdem immer mit etwas Kaffeesatz in der Tasse rechnen.

Geschmack:

Überraschenderweise kann der Geschmack vom Kaffee rein und klar sein. Aber das erfordert neben einem wirklich hochwertigem Kaffee, auch eine abgestimmte Brühzeit, und auch die Bereitschaft auch mal etwas Kaffeeprütt zwischen den Zähnen zu haben.

Der Perkolator

Funktion:

Im Prinzip ist ein Perkolator nur eine Kanne mit einem besonderen Innenleben. In der Kanne wird das Wasser erhitzt, und das kann durch eine externe Hitzequelle oder eine eingebaute Heizung geschehen. Dadurch wiederum entsteht ein Druck in der Kanne, der das Wasser dann durch ein Steigrohr von unten nach oben drückt. Im oberen Drittel des Steigrohrs ein runder Metallfilter angebracht, in den das Kaffeemehl gegeben wird. Das aus dem Steigrohr austretende Wasser tröpfelt durch ein Wasserverteiler auf das Kaffeepulver und läuft dann ohne Druck wieder zurück nach unten in die Kanne und vermischt sich dann dort mit dem Wasser. Die Extraktion wird intensiver, je länger der Perkolator zirkuliert.

Geschichte:

Der Perkolator wurde in Paris zu Anfang des 19. Jahrhunderts erfunden. Das Funktionsprinzip wurde vielfach variiert und kopiert. Vor allem in Deutschland waren Geräte der Firmen Rowenta und WMF bekannt. Die Firma Jenaer Glas – trotz der fast völligen Bedeutungslosigkeit in Deutschland – stellt ein neues Modell namens Passero her. Der Verkauf sollte hauptsächlich in England und den USA stattfinden. Die Perkolatorzubereitung hatte dort die größte Verbreitung.

Vorteile:

Die Perkolatortechnik ist sehr simpel. Mit einem Perkolatorseinsatz für weniger als 10€ lässt sich fast jede feuerfeste Kanne zur Kaffeemaschine aufrüsten. Über die Zirkulationsdauer kann man die Kaffeestärke regeln.

Nachteile:

Wer schon versucht hat, den heißen Perkolatorseinsatz aus der Kanne zu nehmen sehnt sich nach einer leichteren und einfacheren Handhabung.

Geschmack:

Kaffee aus dem Perkolator kann sehr schnell sehr bitter sein und extrem viel Koffein haben, und das ist nicht für die Liebhaber von aromatischen Feinheiten.

Die Filtermethode

Funktionsweise:

Pro Tasse benötigt man je nach Geschmack 7-9 g bei der Filtermethode. Dabei sind Tassen mit 125 ml Fassungsvermögen gemeint, das ist die normale Standardgröße für eine Tasse. Kaffeebecher haben auch mal doppelt so viel Fassungsvermögen. Es gibt doch sehr viele Varianten im Detail, obwohl das Prinzip bekannt einfach ist. Es gibt Papierfilter, Metallfilter, Kunststoff- und Porzellantrichter, Tröpfelmaschine, Schwallgeräte, Handaufguss, oder, als beste aller Filtermethoden, die Karlsbader Kanne.

Geschmack:

Es wird nicht nur das Kaffeepulver zurückgehalten durch den Einsatz des Filters, es werden auch feine Schwebeteilchen zurückgehalten. Der Filterkaffee hat dadurch weniger Körper und Schmelz als andere Zubereitungsarten mit weniger feinem Filter, er schmeckt also in gewisser Weise schlanker. Dadurch können andererseits die Aromen feiner wahrgenommen werden, sodass gerade Gourmetkaffees wie der Jamaica Blue Mountain idealerweise als Filterkaffee zubereitet werden sollten.

Die Karlsbader Kanne

Geschichte:

Der Hersteller der Karlsbader Kanne gibt das genaue „Geburtsjahr“ nicht an. Manchmal ist die Rede von „seit Generationen“, dann heißt es wieder – nur wenig konkreter – „seit mehr als hundert Jahren“. Der Hersteller scheint es selbst nicht zu wissen, seit wann es die schonendste Filtermethode überhaupt gibt. Das entscheidende Bauteil ist auf jeden Fall der Porzellanfilter. Jedoch ist die Fertigung dieses zweilagigen Filtergitters aus allseits glasiertem Porzellan auch in dieser Zeit eine Herausforderung, und nicht jeder Brand gelingt.

Funktionsweise:

Nur die Karlsbader Zubereitung schafft es den Kaffee ohne Fremdgeschmack zu brühen und dadurch kann man das reinste Aroma genießen. Ohne Siebträger und Filterpapier löst die Kaffeemaschine mit dem durchglasierten Porzellan-Doppelsieb schonend, Fette, Öle, Säure und Zucker heraus. Dazu muss zuerst 8-10 Gramm pro Tasse grießfein gemahlenes Kaffeepulver direkt auf das Porzellan-Doppelsieb im Aufsatzbehälter gegeben werden. Danach den Wasserverteiler aufsetzen und siedend heißes Wasser langsam einfüllen. Jetzt läuft das Wasser durch das Kaffeepulver und das glasierte Doppelsieb in die Kanne nach unten. Dann zuletzt den Siebaufsatz abnehmen und den Deckel auf die Kanne setzen und direkt aus der Kanne servieren.

Vorteile:

Die Karlsbader – bzw. Bayreuther Kanne – ist nicht nur schön, es kommt auch ganz ohne Filterpapier aus. Man kann außerdem das gute Stück direkt auf den Tisch stellen und den Kaffee damit servieren.

Nachteile:

Der Filter aus Porzellan ist recht grobmaschig, und daher benötigt man für die Zubereitung ziemlich grob gemahlenen Kaffee. Eine eigene Mühle löst das Problem, dass vorgemahlener Kaffee immer zu fein gemahlen ist. Das kostet zwar, es bringt aber auch den Geschmack weit nach vorne.

Geschmack:

Kaffee aus der Karlsbader Kanne hat ein unvergleichliches reines und klares Aroma, keinerlei Fremdgeschmack trübt den Genuss. Bekömmlichkeit und Milde sind unerreicht.

Die French Press Kanne

Zubereitung:

Als allererstes wird die gewünschte menge an gemahlenem Kaffee in die Glaskanne gegeben. Darauf hin wird heißes Wasser in die Kanne gegossen. Der Presstempel wird nach unten gedrückt, nachdem der Kaffee drei bis sechs Minuten ziehen konnte. Danach kann direkt aus der Glaskanne ausgeschenkt werden.

Geschichte:

Es gibt keine belastbaren Fakten über die Geburtstunde der Pressstempelkanne. Sie wurde angeblich in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Frankreich erfunden. Aber das erste Patent auf die Erfindung wurde aber erst ca. 80 Jahre später in Mailand angemeldet.

Vorteile:

Drückerkannen gibt es in vielen Designs, Größen, Materialien und Preisklassen. Es werden für die Zubereitung keine Verbrauchsmaterialien wie zum Beispiel Filterpapier benötigt, und sie funktionieren ohne Strom.

Nachteile:

Kaffee aus der Pressstempelkanne ist nicht so klar wie Filterkaffe, d.h. es kann auch schon mal Kaffeesatz in der Kaffeetasse sein. Geduld ist auch wichtig, die nicht alle in ausreichendem Maße besitzen. Man darf nämlich nicht zu früh den Stempel nach unten drücken.

Geschmack:

Da sowohl die Wasser- als auch die Kaffeemenge individuell gewählt werden können und zudem die Brühzeit frei wählbar ist, lassen sich unterschiedlich schmeckende Kaffees herstellen – kommt auf die persönliche Vorliebe an. Es bleibt ebenfalls dem eigenen Geschmack überlassen, ob das Wasser noch sprudelnd kocht oder nicht, genauso wie die Brühzeit. Je länger die Brühzeit ist, desto einfacher und leichterer lässt sich der Filter herunterdrücken, und desto intensiver schmeckt der Kaffee auch.

Die Maccinetta Napoletana

Zubereitung:

Man denkt unwillkürlich, man hat etwas falsch gemacht, wenn man die Maccinetta Napoletana richtig zusammengeschraubt hat, sie steht schließlich erst mal auf dem Kopf, aber das ist richtig. Das kalte Wasser wird in den ausgusslosen Becher gefüllt, ins Mittelteil mit den Sieben wird der Kaffee reingemacht und dann ganz nach oben die Kanne. Das Wasser im unteren Teil wird nun auf dem Herd erhitzt. Wenn es dann kocht, wird die Maccinetta vom Herd weggenommen und einfach umgedreht. Das heiße Wasser läuft jetzt durch den Kaffee und sammelt sich in der Kanne, die jetzt richtig herum steht.

Vorteile:

Die Maccinetta Napoletana kommt mit wenigen und robusten Bauteilen aus. Man kann sie direkt vom Herd nehmen und auf den Tisch stellen und braucht auch kein weiteres Gefäß zum servieren.

Nachteile:

Wenn man unachtsam mit ihr hantiert, besteht eine gewisse Verbrennungsgefahr. Es kann auch einiges an Kaffeesatz in der Kanne und somit in die Tasse gelangen, je nach Siebgröße und Mahlgrad des Kaffees. Die Reinigung ist ziemlich gewöhnungsbedürftig, es geht dann aber ganz gut von der Hand.

Geschmack:

Da man bei der Zubereitung sehr viel mit Mahlgrad, Menge und Temperatur spielen kann, gibt es keine eindeutige Aussage zum Geschmack, der von streng und metallisch bis angenehm aromatisch reichen kann.

Kaffeezubereitung mit mehr oder weniger Druck

Die Vakuummethode

Vorbereitung:

In den oberen Glaskolben kommt das Kaffeepulver, in den unteren das Wasser, und dann wird die Maschine auf den Herd gestellt. Das Wasser wird erhitzt und es bildet sich Dampfdruck, der dann das Wasser nach oben drückt. Das Ventil öffnet erst wenn das Wasser die perfekte Brühtemperatur von 94°C bis 96°C erreicht hat. Das heiße Wasser vermischt sich mit dem Kaffeepulver im oberen Kolben, und damit beginnt der Brühvorgang. Der Kaffeezubereiter muss vom Herd genommen werde, sobald kein Wasser mehr nach oben steigt. Und jetzt passiert das hier: der untere Kolben kühlt ab, und es bildet sich Unterdruck darin. Der aufgebrühte Kaffee wird wieder nach unten gesaugt, wenn der Unterdruck stark genug geworden ist. Perfekt aufeinander abgestimmte Einzelteile sorgen auch hier dafür dass die optimale Brühdauer eingehalten wird, und durch eine spezielle Formgebung des Ventils nur der Kaffee, nicht aber das Kaffeemehl in den unteren Teil der Maschine gelangen kann.

Geschmack:

Danach kann der obere Teil der Maschine abgenommen werden und der Kaffee in der unteren Kanne serviert werden. Die Vakuumgeräte gehen sehr sparsam mit dem Kaffeepulver um, sorgen aber trotzdem für ausgewogene, gehaltvolle Ergebnisse. Ein klarer Nachteil ist das nicht ganz einfache Handling, aber staunen kann man immer wieder.

Die Moka-Kanne – Der Espressokocher

Funktionsweise:

Die typische Moka-Kanne besteht aus drei Teilen: der untere Behälter wird mit Wasser befüllt, der mittlere Teil (Trichter und Steigrohr) wird mit Kaffeepulver befüllt und anschließend wird der obere Behälter ausgeschraubt. Dort sammelt sich später dann der gebrühte Kaffee. Ein Überdruckventil ist in das Unterteil eingebaut zur Sicherheit, damit die Kanne nicht explodieren kann, wenn zum Beispiel der Kaffee zu fein gemahlen ist.

Zubereitung:

Die Kanne kommt nun auf den Herd, und in der Bedienungsanleitung sollte stehen, welche Herdarten geeignet sind. Dadurch dass das Wasser erhitzt wird, entsteht Dampfdruck, der das heiße Wasser durch das Steigrohr und durch das Kaffeepulver nach oben drückt, in die Auffangkanne. Damit das Kaffeepulver dort bleibt wo es ist und sich nicht auch im oberen Teil der Kanne ansammelt, ist unten am oberen Teil ein Sieb, dass das Kaffeepulver in der Mitte zurückhält.

Vorteile:

Die Moka-Kannen sind so leicht in der Bedienung, dass schon die kleinen Kinder gerne die Aufgabe des Befüllens übernehmen möchten. Sie können mit kleinen Gasbrennern unterwegs betrieben werden und sie funktionieren ohne Strom. Die einfachsten Modelle sind zudem auch sehr günstig zu kaufen.

Nachteile:

Der Espressokocher muss rechtzeitig vom Herd genommen werden, und am besten sogar noch bevor sich der gesamte Kaffee oben gesammelt hat. Vergisst man die Kanne, schmort die Gummidichtung nach einiger Zeit durch – und das stinkt gewaltig. Manche Leute stehen auch speziell den Modellen aus Aluminium skeptisch bis ablehnend gegenüber, weil das Aluminium sehr gesundheitsgefährdend sein soll, aber fast jeder in Italien verwendet den Espressokocher, und trotzdem gibt es in Italien keine Häufungen von Krankheiten, die mit Aluminium in Verbindung gebracht werden können.

Geschmack:

Der Kaffee aus der Moka-Kanne stellt eine ganz eigene Zubereitungsart dar. Der Geschmack liegt irgendwo zwischen Espresso- und Filterkaffee. Wegen des zu niedrigen Betriebdrucks von etwa 3 bar, kann sich eine echte Crema nicht bilden. Der Extrakt ist trotzdem sehr gehaltvoll und auch eine gute Grundlage für alle Kaffeekreationen mit Milch. Wenn die Kanne auch nicht schnell genug vom Herd genommen wird, schmeckt der Kaffee aus der Moka-Kanne sehr schnell bitter.

Die Dampfdruckgeräte

Funktion:

Der Wasserbehälter von Dampfdruckgeräten ist zylinderförmig. Der Behälter ist druckfest und wird durch eine obere Öffnung mit Wasser befüllt. Die Öffnung wird durch einen massiven Schraubdeckel abgedichtet, und unten befindet sich die Heizung. Die Brühgruppe ist angeflanscht an den Druckbehälter an den Druckbehälter, durch die dann später das heiße Wasser läuft. In die Brühgruppe wird der Siebträger eingesetzt, der ein mit Kaffee befülltes Sieb enthält. Meistens aus Glas, befindet sich eine Auffangkanne. Der Druck im Wasserbehälter steigt mit zunehmender Temperatur, bis der Dampf es durch ein Steigrohr nach oben befördert. Dort wird es dann durch den Brühkopf gleichmäßig auf dem Kaffee verteilt und hindurchgepresst. Das Extrakt sammelt sich in der Kanne, aus der auch direkt dann serviert werden kann.

Vorteile:

Der Kaffee muss nicht unbedingt auf dem Herd gekocht werden, es kann überall dort zubereitet werde, wo es eine Steckdose gibt. Je nach Ausführung macht die Optik ordentlich was her und erinnert dank Siebträger an richtige Espressomaschinen.

Nachteile:

Normalerweise kann der Brühvorgang nicht unterbrochen werden und eine Dampfentnahme zum Milchaufschäumen ist nur für die Dauer des Brühvorgangs möglich. Deshalb wurde bei einigen teuren Modellen daher ein Ventil eingebaut, das den Brühvorgang erst nach Öffnen des Ventils startete. Die gesamte Dampfmenge steht zum Milchaufschäumen zur Verfügung, aber der Kaffee wird dann mit deutlich zu heißem Wasser aufgebrüht und wird daher schnell bitter.

Die Espressomethode

Funktionsweise:

Wasser wird mit hohem Druck und mit definierter Temperatur durch eine Portion Espressokaffee gepresst. Folgende Formel ist die gängigste „Lehrmeinung“: 7g Kaffeepulver, 30ml Wasser, 92°C Wassertemperatur, 10 bar Druck und 25 Sekunden Extraktionszeit.

Vorteile:

Die Espressomethode bietet perfekt zubereitet ein unvergleichliches Geschmackserlebnis. Körper und Aroma verbinden sich zu einem kleinen Gesamtkunstwerk, das noch lange nach dem Runterschlucken die Geschmacksnerven kitzelt und echtes Staunen hervorrufen kann.

Nachteile:

Anfangs ist die Vielzahl der Einstellungsmöglichkeiten nicht einfach zu bewältigen – daher wohl auch der ungebrochene Trend zu vollautomatischen Espressozubereitung. Auch nur kleine Änderungen können große Auswirkungen haben und den Genuss verhindern.

Geschmack:

Die Espressomethode ist die Königin aller Zubereitungsarten und sie sorgt für ein unvergleichliches Geschmackserlebnis mit unglaublichen vielen Varianten – je nach dem verwendeten Kaffee und der Einstellung der Maschine.

Handhebelgeräte

Einleitung

Man unterscheidet zwischen zwei Arten von Handhebelgeräten. Der Hebel und dadurch die bewegte Mechanik sollen das Wasser mit Druck durch das Kaffeemehl gepresst werden. Der Hebel ist mit dem Kolben verbunden bei der einfachen Variante, und je kräftiger man am Hebel zieht, desto mehr Druck wird aufgebaut – vorausgesetzt der Kaffee hat den richtigen Mahlgrad. Die La Pavoni ist die bekannteste nach diesem Prinzip funktionierende Maschine. Bei der schwierigeren, aufwändigeren Variante wird über den Hebel eine Feder gespannt, die dann anschließend ganz gleichmäßig den Druck abgibt, es gibt hier also kein, je kräftiger desto mehr Druck, und in Süditalien in der Gastronomie sind diese Maschinen weit verbreitet.

Zubereitung:

Bei Handhebelgeräten wie der La Pavoni ist die Ruhestellung des Hebels unten. Das Wasser befindet sich hinten in der großen Säule, das komplett erhitzt und auf etwa 1,3 bar Druck gebracht wird. Das Wasser kann in die Brühkammer strömen, durch das Hochziehen des Hebels, wodurch sich wiederum das Ventil öffnen kann, und das geschieht alleine durch den Druck, der im Wasserbehälter herrscht. Mit Muskelkraft wird der Hebel jetzt nach unten gezogen, und er bewegt einen Kolben, der auf das Wasser in der Brühkammer drückt und es durch den Kaffee presst. Nach dem Brühvorgang ist kein Wasser mehr in der Brühkammer und der Hebel hat wieder die untere Ruheposition erreicht. Bei den Geräten mit Feder ist die Ruhestellung des Hebels oben. Hier gibt es auch einen Druckkessel für das Wasser. Zieht man den Hebel nach unten, wird zum einen die Feder gespannt und zum anderen der Kolben nach oben gezogen. Hier öffnet sich außerdem auch ein Ventil, damit das Wasser aus dem Druckkessel in die Brühkammer strömen kann. Wenn der Hebel nun wieder leicht nach oben gezogen wird, läuft ab einem bestimmten Hebelstellung alles von alleine ab und auch völlig geräuschlos. Die Feder entspannt sich nach und nach und übt Druck auf den Kolben aus, der wiederum das Wasser durch den Kaffee presst. Das geschieht eleganter und gleichmäßiger als bei den oben beschriebenen Maschinen.

Vorteile:

Eine Handhebelmaschine kommt mit recht wenigen, dafür aber sehr robusten Bauteilen aus. Gastronomiegeräte funktionieren zur Not sogar völlig ohne Strom. Ein Gasbrenner wird als Hitzequelle eingesetzt, alles andere wird mit Muskelkraft erledigt. Es erklärt auch die weite Verbreitung überall dort, wo das Stromnetz gerne mal zusammenbricht.

Nachteile:

Die Zubereitung aus Handhebelgeräten benötigt sehr viel Fingerspitzengefühl. Schon die kleinsten Fehler machen sich im Ergebnis bemerkbar. Anders als bei den heute üblichen Pumpengeräten kann der Brühvorgang nicht unterbrochen werden.

Geschmack:

Professionelle Handhebelgeräte können den besten aller Espressi herstellen, vorausgesetzt alle Parameter sind perfekt aufeinander abgestimmt. Das liegt aufgrund von der besonderen Druckabgabe der gespannten Feder. Am Anfang hat die Feder vollen Druck, und gegen Ende des Federwegs wird Druck immer weniger. Jetzt kommt das Extraktionsverhalten von Kaffee ziemlich ins Spiel. Nämlich am Anfang wird bei vollem Druck das aus dem Kaffee herausgelöst, was erwünscht ist. Wenn sich später vermehrt unerwünschte Inhaltsstoffe aus dem Kaffee lösen, lässt der Druck nach. Dadurch ist der Druckverlauf während des Brühvorgangs genau entgegengesetzt zu dem bei Pumpengeräten.

Pumpengeräte

Zubereitung:

Egal wie unterschiedlich die Lösungen im Detail sind, das zugrunde liegende Prinzip ist immer das gleiche: exakt temperiertes Wasser (88°C-92°C) wird mit hohem Druck (9-12 bar) durch eine Portion Kaffeepulver (7g-9g) gepresst, die in einem Siebträger in die Brühvorrichtung eingespannt wird. Die elektrischen Pumpen sorgen für gleichbleibende Zubereitungsmöglichkeiten und ermöglichen es den Baristas außerdem noch während der Extraktion noch andere Arbeiten zu erledigen.

Vorteile:

Der größte Vorteil bei Pumpengeräten ist ganz klar die Bequemlichkeit und die Arbeitserleichterung, die die elektrischen Pumpen mit sich bringen. Der Siegeszug der Espressomaschinen begann auch in Haushalten, nachdem man die Pumpen klein genug konstruieren konnte.

Nachteile:

Die Siebträgermaschinen waren lange Zeit mit elektrischer Pumpe die Spitze der Evolution im Espressomaschinenbereicht, Nachteile gab es aber keine nennenswerten. Erst als die vollautomatischen Espressozubereitungen begonnen, hat man angefangen davon zu reden, dass sie zu kompliziert und unbequem seien.

Geschmack:

Geschmacklich sind Pumpengeräte neben den etwas komplizierteren Handhebelmaschinen nach wie vor die Spitzenstellung aller Zubereitungsmethoden ein. Es ist ihnen möglich, äußerst differenzierte Aromen zum Vorschein zu bringen, die lange noch nach dem ersten Schluck nachklingen.

Die vollautomatische Zubereitung

Zubereitung:

Vollautomatische Espresso- bzw. Kaffeemaschinen machen eigentlich alles auf Knopfdruck: der Kaffee wird gemahlen, der Kaffee wird portioniert, der Kaffee wird in eine Brühkammer gegeben, der Kaffee wird dort angepresst, eine Pumpe schickt heißes Wasser durch den Kaffee in der Brühkammer, die Wassermenge kann gespeichert und automatisch dosiert werden und abschließend wird der Kaffeesatz automatisch rausgeworfen. Es ist dabei egal von wem der Vollautomat ist, diese Schritte werden in jedem Gerät vollzogen.

Vorteile:

Mit dem Aufkommen von Vollautomaten wurde praktisch jeder in die Lage versetzt, einen ordentlichen Espresso zuzubereiten. Das Milchaufschäumen ist inzwischen sogar automatisiert. Selbst wenn Filterkaffee nach wie vor die Nummer 1 in Deutschland ist, so entfachten die Vollautomaten einen regelrechten Kaffeerausch und veränderte die angestaubte Kaffeekultur in Deutschland nachhaltig.

Nachteile:

Kaffeevollautomaten verleiten Leute zu der Bequemlichkeit. Es geschieht alles auf Knopfdruck, tief versteckt im Inneren des schicken Gehäuses. Die meisten kommen da nicht auf den Gedanken, dass es Bauteile gibt, die regelmäßig gereinigt werden sollten. Wenn das vernachlässigt wird, lässt die Kaffeequalität schleichend nach, und Kaffeeöle- und –fette setzen sich ab und werden ranzig. Feuchter Kaffeesatz schimmelt schnell und gerne – besonders im Sommer.

Geschmack:

Der erzielbare Geschmack mit Kaffeevollautomaten ist guter Standard, nicht weniger aber auch nicht mehr als das. Die Prozesse laufen immer automatisch gesteuert immer gleich ab, der Faktor Mensch und sein Fingerspitzengefühl sind ausgeschaltet. Die Geräte bieten inzwischen vielfältige Einstellungsmöglichkeiten für Mahlgrad, Temperatur, Wasser- und Kaffeemenge, Milchaufschäumung und Druck. So können trotz der Automatik recht individuelle Ergebnisse erzielt werden, aber sie reichen nie an die Möglichkeiten einer Pumpen- oder Handhebelmaschine heran.

Portionssysteme

Zubereitung:

Einzelportionssysteme werden unterschieden in Pad- und Kapselsysteme. Bis 2010 waren die Kapselsysteme immer proprietär, also herstellereigen. Ähnlich wie bei auch Tintenstrahlendruckern werden die Geräte zu sehr interessanten Preisen auf den Mark verkauft. Dumm ist nur, dass nur eine Sorte Kapseln hineinpasst, und diese Kapseln sind immer ziemlich teuer. Die Auswahl ist auch nicht mit der von offenen Systemen zu vergleichen. Das Müllaufkommen ist auch das größte aller Zubereitungsarten. Seit dem Auslaufen des Patents für das Lavazza Point System, gibt es auch ein offenes Kapselsystem auf genau dieser Basis. Es wird das Standardsystem genannt. Das Angebot an Kaffeesorten und Maschinen wächst ständig. Man versteht unter Pads eine Portion gemahlenen Kaffees. Man versteht unter Pads eine Portion gemahlenen Kaffees, die kissenförmig von zwei Lagen Filterpapier umschlossen sind. Padmaschinen sind normalen Siebträgergeräten sehr ähnlich, lediglich das Sieb und der Brühkopf sind an die Pads angepasst.

Vorteile:

Die Zubereitung ist einfach, hygienisch und sauber, und die Ergebnisse von Kapseln- und Padsysteme sind immer gleichbleibend, und eigentlich jeder kann mit den Systemen umgehen. Besonders bei den offenen Kapsel- und Padsystemen lässt die Auswahl keine Wünsche unerfüllt.

Nachteile:

Die Herstellerbindung ist bei den propietären Systemen der größte Nachteil. Die Kunden sind an die Preis- und Sortimentsvorgaben des jeweiligen Herstellers ausgeliefert. Auch verbrauchen Portionssysteme deutlich mehr Müll als andere Zubereitungsarten, und das liegt an der systembedingt notwendigen Einzelverpackung jeder Portion. Bei Kapselsystemen kommen noch die Kapseln hinzu, entweder aus Kunststoff oder aus Aluminium.

Geschmack:

Die Portionssysteme leben vor allem von der Qualität der verwendeten Kaffees. Guten Kaffee vorausgesetzt, liefern Portionssysteme Ergebnisse auf einem Niveau zwischen manuellen Siebträgern und Vollautomaten.

Kaffeerösterei

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>